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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Bundestagswahl 2009: So hat das Vogtland gewählt
Plauen – Die Region hat gewählt: Mit einer eher mäßigen Stimmenabgabe haben sich die Vogtländer an der Bundestagswahl 2009 beteiligt. Rund 59 Prozent der Vogtländer haben gestern von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und gaben ihre Stimme ab, sagte Kreiswahlleiterin Cornelia Panzert.
Und weiter: „Wir haben gemerkt, dass die Beteiligung höher als zur Landtagswahl war. Wir liegen mit unserem Ergebnis über dem Landesdurchschnitt.“ Zur Bundestagswahl 2005 gaben noch 75 Prozent der Vogtländer ihre Stimme ab. Für die gut 2000 Wahlhelfer zwischen Schöneck, Pausa und Reichenbach war es laut Panzert ein eher ruhiger Wahlsonntag. „Wir hatten keine Probleme.“ In Sachsen lag die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Vogtlandergebnis. Laut Hochrechnung von 16 Uhr gingen nur 45 Prozent der Menschen im Freistaat an die Wahlurne. Jahr 2005 waren es noch 56 Prozent, so das statistische Bundesamt.
CDU verbessert Ergebnis
Die CDU hat bei der Zweitstimme ihr Ergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 verbessern können. Die Christdemokraten erreichten am Sonntag knapp 37 Prozent der Stimmen im Vogtland, das sind gut 7 Prozent mehr als vor vier Jahren. Die SPD gehört zu den Wahlverlierern. An das 2005er Ergebnis von 25 Prozent konnte die Partei nicht anknüpfen und erreichte nur noch 15 Prozent der Stimmen. Leicht zulegen konnten mit 26 Prozent die Linken im Vogtland, 2005 kamen sie noch auf 23 Prozent. Gleiches gilt für FDP und Grüne. Beide Parteien konnten ebenfalls im Vergleich zur letzten Bundestagswahl mehr Stimmen für sich verbuchen. Die FDP erreichte gut 13 Prozent (10,3 Prozent vor vier Jahren) und die Grünen fünf Prozent (2005 3,8 Prozent). Die NPD kommt im Vogtland auf etwas mehr als 3 Prozent. Insgesamt gab es 47 Wahlbezirke.
Drei Vogtländer weiter in Berlin
Weiter in Berlin für das Vogtland mitregieren und Einfluss auf die politischen Ereignisse nehmen dürfen Robert Hochbaum (CDU), Rolf Schwanitz (SPD) und Joachim Günther (FDP). Das beste Ergebnis erzielte mit 41 Prozent der Stimmen Robert Hochbaum, der damit direkt in den Landtag gewählt wurde. Mit diesem Ergebnis konnte der Christdemokrat deutlich zulegen, 2005 wählten ihn 36 Prozent der Vogtländer. Rolf Schwanitz erreichte 16 Prozent und zieht somit über den Listenplatz seiner Partei in Berlin ein. Ebenfalls über die Liste nach Berlin schaffte es Joachim Günther, der knapp 10 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.
Eher beschauliche Ruhe herrschte auf den zentralen Wahlveranstaltungen im Vogtland. Von ersten Stimmen zur Wahl und gespanntem Warten auf erste Ergebnisse und Hochrechnungen keine Spur, denn es wahren kaum Interessierte und Politiker anwesend. Die Wahl öffentlich verfolgt werden konnte im Rathaus der Stadt Plauen und im Landratsamt des Vogtlandkreises. Während im Landratsamt kurz nach 18 Uhr keine Person anzutreffen war, herrschte im Rathaus zumindest fleißiges Stimmen auszählen. Die Spitzenkandidaten der einzelnen Parteien waren alle auf ihren persönlichen Wahlpartys anzutreffen.
Pfau und Pinkert zufrieden
Neben Hochbaum, Schwanitz und Günther zog es auch Janina Pfau zur Wahlparty der „eigenen Leute“. Die Linken feierten das Abschneiden ihrer Partei in der „Alten Gastwirtschaft“ an der P lauener Herrenstraße. Eigentlich könnte sich Pfau mehr freuen, als das ihre Stimme am Telefon zum Ausdruck bringt. Immerhin hat ihre Partei bundesweit spürbar zugelegt und mit über zwölf Prozent ihr bisher bestes Wahlergebnis eingefahren. Die junge Mechelgrünerin kandidierte als Frontfrau der vogtländischen Linken für den Bundestag. Und dass sie den – zumindest nicht in der nächsten Legislaturperiode – von innen sehen würde, stand auch mehr oder weniger fest. „Die Linke konnte im Landkreis gegenüber den Landtagswahlen noch mal zulegen, das ist doch in Ordnung.“ Dass die beiden so genannten Voksparteien auf Bundesebene Federn lassen mussten führt sie darauf zurück, dass es vielen Menschen im Land schlechter gehe als noch vor vier Jahren und diese Gruppe sich eher den kleineren Parteien zugewandt habe.
Wahl nun analysieren
Ausgesprochen zufrieden äußert sich auch „Erstwähler“ Thomas Pinkert, was freilich nur für den Wahltag zutrifft. Wie bereits avisiert, war der Grünen-Kandidat für den Bundestag gestern der Erste in seinem Kobitzschwalder Wahllokal. Um den Einzug seiner Partei ins höchste Parlament musste er zwar nicht bangen, aber ob sich gegenüber 2005 eine Steigerung erreichen lasse, stand denn doch nicht sofort fest. Mit vorläufig 10,5 Prozent (2005 8,1 Prozent) legten die Grünen allerdings noch mal zu und auch die vogtländischen Wähler ließen sie diesmal über die Fünf-Prozent-Hürde springen (2005 3,8 Prozent).
Als einen ganz wichtigen Punkt bezeichnet es Pinkert zudem, dass seine Partei deutlich an der rechten NPD vorbeizog. „Wir haben vor, mit etwas zeitlichem Abstand eine genaue Analyse zu machen, neue Mitglieder zu gewinnen und die Strukturen der Grünen im Vogtland auszubauen. Für die kommenden Wahlen wollen wir jedenfalls gut aufgestellt sein.“ Stichwort Wahlbeteiligung? Man habe im Interesse der sächsischen Regierung Landtags- und Bundestagswahl ohne Not auseinandergelegt. „Das war den Bürgern schwer vermittelbar“, glaubt Pinkert. mar/tp
Mehr dazu auch in unserer Tagesausgabe vom 28.09.2009!
2009-09-27
Kommentar zu Bundestagswahl 2009: So hat das Vogtland gewählt?
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