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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Brand in Reichenbach: Feuer frisst Kunst auf

SkerdiReichenbachZu einem verheerenden Wohnhaus-Brand kam es in der Nacht zum Donnerstag am Reichenbacher Solbrigplatz Nummer 1: Das imposante Bürgerhaus, dessen Besitzer gerade dabei waren, es aufwändig rekonstruieren zu lassen, brannte im Erdgeschoss völlig aus. 4.40 Uhr rückten sämtliche Reichenbacher Wachen und die Rotschauer Ortswehr aus. Laut Polizei seien Brandursache und Schadenshöhe noch unklar. Die Kripo ermittelt.

Ausgebrochen sei das Feuer im Erdgeschoss – aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Ofen, der tags zuvor gefeuert worden war, so Hans-Rudolf Spitzner, stellvertretender Kreisbrandmeister.

 

Verletzt wurde niemand, aber zu beklagen ist erheblicher Sachschaden: Dielen brannten durch, Treppe, Holzverkleidungen, Holztüren und Stuckdecken wurden durch Hitze und Rauch erheblich beschädigt. „Der Schaden ist nicht mehr herstellbar. Das ganze wertvolle Kulturgut, alles ist verkohlt“, so Zlatko Maras, Baukoordinator in dem Zeulenrodaer Büro „Art building conception“. Seine Chefin, Christine Grabe, gebürtige Erfurterin, hat das Haus, das einst einer wohlhabenden Reichenbacher Familie gehörte, 2006 erworben und wollte es nun zu Büros und Eigentumwohnungen umbauen lassen. Laut Maras hätte die Rekonstruktion maximal noch ein Jahr gedauert. Bereits diesen Sonntag habe man Verkaufsverhandlungen mit den potenziellen Käufern, ausschließlich Leuten aus den Alt-Bundesländern, führen wollen. „Ich habe bisher in das Haus rund 500 000 Euro investiert“, so die Immobilienhändlerin Christine Grabe gestern.

 

Die Ausstattung schien für betuchte Leute aus dem „Westen“ nur gut genug: Kunstvoll verzierte handgemauerte Öfen, von denen einer das Abbild der Neuberin zeigt, barocke Stuckdecken, Intarsienarbeiten, holzgetäfelte Türen, zierlich gebogene Lampen aus Glas und Metall – und nicht zuletzt das Deckengemälde im „Grünen Salon“, auf dem sich die Familie, die anno 1860 das Haus so prunkvoll ausstattete, von einem Künstler malen ließ.

 

Als die Feuerwehr gestern Morgen zu Hilfe eilte, fand sie das denkmalgeschützte Haus verschlossen vor. Die Kameraden öffneten Türen und Fenster, um bis zum Brandherd vordringen zu können. Durch schnelles Handeln konnte die Ausbreitung des Feuers auf das erste Obergeschoss verhindert werden. Die Feuerwehrleute öffneten Dielen und Wandverkleidung, um mögliche Brandnester aufzuspüren. Auch eine Wärmebildkamera aus Lengenfeld war im Einsatz.

 

Feuerwehrleute haben Fenster und Türen geöffnet, um zum Brand vorzudringen. Laut Zlatko Maras waren die Bauarbeiter während der Rekonstruktion berechtigt, das Haus zu heizen. Von Öfen und Ölradiatoren ist die Rede. Doch in Sachen Schuldfrage verweist das Immobilienbüro lieber auf die Ermittlungen der Polizei. ina/cze




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