Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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"Botschafter des Vogtlandes" zum Ehrenbürger ernannt

191011 FeilerEr gilt als "Botschafter des Vogtlandes" und seine Werke sind auf der gesamten Welt zu finden. Der Plauener Maler Manfred Feiler ist am Dienstag für seine besondere Heimatverbundenheit und sein Lebenswerk zum Ehrenbürger der Stadt Plauen ernannt worden. Vier Plauener erhielten zudem im Malzhaus die Stadtplakette.

Von Martin Reißmann

Plauen - "Es lohnt sich, für die Heimat etwas zu tun. Es wird früher oder später einen Dank erfahren", sagte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer zum Auftakt der diesjährigen Verleihung der Stadtplakette und der Ehrenbürgerwürde an Kunstmaler Manfred Feiler.

Emotional, erheiternd aber auch nachdenklich, gestaltete sich die über zweistündige Auszeichnungs-Veranstaltung in der Galerie des Malzhauses. Der Einladung folgten vor allem Bekannte und Verwandte sowie Weggefährten der fünf Jubilare, Künstler der Region und Politiker der verschiedenen Stadtratsfraktionen.

" Beruhig dich Mutti, ich mache jetzt Schluss."

191011 KowalzickBeeindruckend, gut vorbereitet und länger als angedacht, bedankte sich Manfred Feiler für die Auszeichnung zum neuen Ehrenbürger der Stadt Plauen und bei Laudator Prof. Dr. Lutz Kowalzick, Vorsitzender der Plauener CDU-Fraktion.

"Beruhig dich Mutti, ich mach jetzt Schluss", rief Feiler zum Abschluss seiner Frau Erika von der Bühne zu. Die Rede des 86-jährigen Kunstmaler, Grafikers und Illustrators begann mit dem Erzählen einiger Erlebnisse und dem Vorlesen mehrerer Briefe, die er im Laufe seiner Schaffenszeit bekommen hatte. Alle hat der Plauener anscheinend aufgehoben. "Ich habe Kartons voll Post aus aller Welt."

Besonders wichtig ist Feiler ein Bild, das er vor über 20 Jahren malte, erzählte er. Es trägt den Titel "5vor12" und beschreibt die Sorge um die Atomkraft. "Grausam" und "schrecklich" sei es anzuschauen, so Feiler, der mit dem Bild damals für Aufsehen sorgte. Der frühere Dompropst von Bamberg erkannte schon damals den Weitblick des Künstlers. Noch heute ist das Bild in seinem Besitz zum Leidwesen Feilers, der mehrfach versuchte, es zurück zu bekommen.

Auch in sein Inneres ließ Feiler bei der Auszeichnung blicken. Ein Maler müsse starke Emotionen zeigen, um die Gefühle auch auf die Leinwand zu übertragen. Sind diese beim Betrachten einer auffallenden Landschaft besonders groß, könne der 86-Jährige auch noch Wochen später diese auf die Leinwand bringen. "Man muss nicht nur das Optische malen", beschreibt der Künstler.

Neben Verehrern auf der ganzen Welt, hat Manfred Feiler besonders in Amerika Anhänger für seine Landschaftsbilder aus dem Vogtland. So bekam er eines Tages einen Anruf aus Florida. "Mister Feiler, sind Sie in zwei Tagen zu Hause", hieß es am Telefon, erinnert sich der Plauener. Die beiden Amerikaner wollten sich die Ecken im Vogtland anschauen, die sie nur von Feilers Bildern kennen. Doch wollten sie eigentlich nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen. Ihr Vater sei im zweiten Weltkrieg hier gefallen. Das Vogtland ist eine Perle, haben sie bei ihrem Besuch gesagt. "Das habe ich noch nicht von so vielen Deutschen gehört", so Feiler. Auch hätte ein Amerikaner zu ihm schon einmal gesagt: "Manfred, Du bist ein Vorzeige-Deutscher."

Unzählige Kunstliebhaber aus der ganzen Welt waren schon zu Gast bei Feiler oder hätten stundenlang mit ihm am Telefon philosophiert. Manchmal komme er gar nicht zum Arbeiten, sagte er. Seine starke Heimatverbundenheit verband er in seiner Rede auch mit einem Appell an die Anwesenden. "Die Leute hier kennen das Ausland, aber ich kann euch an Stellen im Vogtland führen, an denen wart ihr noch nicht. Deswegen lasse ich mich gerne Botschafter des Vogtlandes nennen."

Pünktlich zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft hat Manfred Feiler gestern auch seinen Jahreskalender für 2012 mit "Lebenslinien" seines Schaffens herausgebracht. Der Kalender mit zwölf verschiedenen Motiven aus dem Vogtland ist im Lesershop des Vogtland-Anzeigers, in der Druckerei Ott, bei Bilder-Geyer und in der Malzhaus-Galerie zu haben.

2011-10-20




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