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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Auerbachs OB wagt Sprung von Rodewischer Schanze
Manfred Deckert (50), Stadtoberhaupt von Auerbach, dürfte seit Samstag den Weitenrekord für skispringende Oberbürgermeister halten. Der 50-Jährige stürzte sich drei Mal von der Schanze in Rodewisch - und kam 25,50 Meter weit.
Rodewisch - "25,50 Meter!" Manfred Deckert hat es geschafft. Am Samstag erzielte er bei seinem Comeback-Sprung an der Rodewischer K-32-Schanze diese stolze Weite. "Ich bin im Jahr 1987 das letzte Mal von einer Schanze in Klingenthal gesprungen", sagte Deckert. Das Schwierigste sei übrigens nicht der Sprung gewesen, sondern die Beschaffung der Ski und eines passenden Sprunganzugs.
"Innerhalb unserer Sendung 'Mach Dich ran' sollen die Zuschauer schätzen, wie weit Manfred Deckert springen wird", erklärte TV-Journalist Hendrik Petzold. Unter den rund 200 Besucher des Sportspektakels gab ein Großteil seine Schätzung ab. Viele lagen um die 20-Meter-Marke. "Ich möchte natürlich diese Weite übertreffen", kündigte Deckert an. Hoch konzentriert erklomm der Silbermedaillengewinner von Lake Placid (1980) und Gewinner der Vierschanzentournee von 1981 die Rodewischer Schanze. Die war bestens präpariert, Mitglieder der Wintersportgemeinschaft (WSG) Rodewisch sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
"Die vielen Leute haben natürlich eine hohe Erwartungshaltung. Es wird schon klappen", machte sich der "Springende OB" selbst Mut. Fotoreporter aus halb Sachsen wollten sich das spannende Geschehen nicht entgehen lassen. Deckert selbst bekam noch eine MDR-Kamera an seinen Skianzug geheftet. Sein engster Sportfreund, der Rodewischer Ronny Kaiser, gab das Signal "Schanze frei". Unter lautstarken Beifall und einem mächtigen "Manne zieeeeh!" sprang Deckert. Im technisch einwandfreien Parallel-Stil landete der 50-jährige bei 25,50 Metern. Die in seiner Jugend jahrelang trainierten Techniken waren eben nicht verlernt. Der Sprung wirkte wie aus einem Guss. "Ich bin sehr zufrieden und werde gleich nochmal springen", erklärte Deckert nach der Landung.
Von den rund 80 abgegebenen Schätzungen lag nur Ines Liebold richtig und kann sich über 800 Euro freuen. Glücklich zeigte sich auch Manfred Deckert: "Ich bedanke mich bei allen, die mir die Daumen gedrückt haben. Vor allem bei meinen Sportfreunden, Fans und den hilfsbereiten Leuten der WSG-Rodewisch. Ohne deren unkomplizierte und fachmännische Unterstützung wäre das ganze Ding nicht so über den Bakken gegangen."
Noch einmal erleben kann man seinen Sprung heute im MDR. Ab 19 Uhr im Sachsenspiegel und ab 19.50 Uhr bei "Mach Dich ran". HH
2011-10-11
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