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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Alter Keller in Plauen entdeckt

160911 KellerEin seit Jahrzehnten verschütteter Stollen ist in der Plauener Innenstadt bei Bauarbeiten entdeckt worden. Geologen sind begeistert. Jetzt soll der Keller unter anderem für Veranstaltungen wieder genutzt werden.

Von Martin Reißmann

Plauen - Das ist eine kleine Sensation: Bei Bauarbeiten ist im Plauener Stadtzentrum ein vergessener Stollen mit mehreren Räumen wiederentdeckt worden. Er befindet sich optisch noch in einem ausgesprochen gutem Zustand. Vermutlich wurde dieser früher als Weinkeller genutzt. Auf etwa 120 Jahre wird der Stollen geschätzt. Es sind um die angenehme 18 Grad und von der Decke tropft Wasser. Der Eingang war jahrelang verschüttet und zubetoniert. Er liegt an einem Steilhang im Parkhaus der Stadt-Galerie Plauen - nicht weit vom Luftschutzmuseum Meyerhof entfernt.

Entlang des Hanges befinden sich mehrere Keller und Höhlensysteme. Der jetzt entdeckte Raum könnte von seiner Größe und Qualität mit zu den herausragendsten Stollen in Plauen gehören. Allein der längste Gang misst etwa 60 Meter und ist rund drei Meter breit und hoch. Die Stadt-Galerie plant zusammen mit den Plauener Bergknappen, das Gemäuer wieder für verschiedene Anlässe zugänglich zu machen. Empfänge, Veranstaltungen oder Aktionen könnten hier stattfinden, sagt Centermanager Christian Danne dem Vogtland-Anzeiger. Zunächst müsse aber die Statik und die Sicherheit überprüft werden. Unter der Führung der Bergknappen könnten auch Besichtigungen mit Gruppen angeboten werden. Weinverkostungen, Ausschank von Keller-Bier der Plauener Brauerei oder Stollenanschnitt mit Roman Wunderlich sind ebenfalls im Gespräch. Der Bäckermeister hat sich die Keller auch bereits angeschaut und für gut befunden, so Danne. Hier seien die Bedingungen für seinen bekannten Grubenstollen, der in der Grube Tannenberg reift, sogar noch besser, habe er gesagt.

Um die Räume begehbar zu machen, hat das Einkaufscenter etwa rund 10 000 Euro investiert. Eine massive Treppe ist am Eingangsbereich gebaut worden und Lampen erstrecken sich jetzt durch die gesamte Kelleranlage. Nicht nur die Center-Mitarbeiter, die teilweise auch in ihrer Freizeit Hand angelegt haben und beispielsweise große Mengen Schutt aus der Grube hievten, sind von den Räumen begeistert, auch Geologen zeigen sich beeindruckt, meint Danne. Viele verschiedene Gesteinsarten und Schichten seien an den Wänden zu entdecken.

Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) hat sich den Stollen ebenfalls persönlich angeschaut. Er kannte die Räume bereits, weil sie beim Bau der Stadt-Galerie vor zehn Jahren schon einmal im Gespräch waren, heißt es. Drin sei er jetzt aber zum ersten Mal gewesen. Der OB begrüßt die Idee, den alten Lagerraum wieder mit Leben zu füllen, so Danne. Gerade für das Tourismusangebot "Plauen unter Tage erleben" sei dies gut.

Da der Hang, in dem sich der Keller befindet, arbeitet und teilweise in Bewegung ist, muss er regelmäßig kontrolliert werden. Dafür ist das Center verantwortlich. Alle paar Jahre werde der Fels durch weiteres Einbringen von Beton gefestigt. Im März musste im Bereich des verschütteten Kellereinganges etwas getan werden, so Haustechniker Steffen Enderlein. Dabei wurde der Stollen freigelegt. Schnell sei man sich einig gewesen, das Gewölbe nicht wieder für die Ewigkeit zu schließen. "Ich war von Anfang an begeistert, es ist eine tolle Geschichte", sagt Danne. Zum zehnten Geburtstag des ECE Ende Oktober soll der Stollen erstmals für einen Empfang genutzt werden.

2011-09-16




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