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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Abschied mit weißem Riese
Plauen – Gestern loderten sie wieder – die Höhenfeuer allerorten. Zur Walpurgisnacht wird der Winter endgültig vertrieben und den Hexen gleich der Frühling gefeiert. Und der hatte sich ja gestern aus seiner kurzen Pause wieder im Vogtland eingefunden. Und so stand der Geselligkeit bei Lagerfeuerromantik nichts mehr im Wege – außer einige Trunkenbolde.
In Schöneck, das sich im Wettstreit um die größte Hexe fürs Guinnessbuch vor zwei Jahren den Plauenern knapp geschlagen geben musste, wurde dieses Mal ein 13 Meter hoher Schneemann aufgebaut. Die Jungs der Musikkneipe „Zausel“ schichteten ihn aus 1000 alten Tannenbäumen der Waldwirtschaft Jacob Wohlhausen. Das „Schneeweiß“ lieferten zusammengenähte Bettlaken.
Damit der weiße Riese nicht im Vorfeld abgefackelt wurde, hielten die Schönecker rund um die Uhr Wache. Die Konkurrenten aus dem Plauener Vogtlandstadion hatten wieder eine riesige Hexe gebaut. Wie vielerorts – oftmals mit musikalischer Begleitung – zog eine Menschentraube mit Fackeln und Lampions zum Besenbrennen. Allein in Plauen wurden mehr als 130 Feuer angezündet. Wer in den späten Abendstunden im Vogtland unterwegs war, sah den Schein der unzähligen Feuer landauf, landab. Ein beeindruckendes Schauspiel immer wieder. Und nicht nur für dieses, sondern auch für Speis und Trank für die Feiernden braucht es viele fleißige Helfer.
Aufgestellt wurden im Vorfeld in zahlreichen Orten die Maibäume. Doch auch in diesem Jahr waren Frevler am Werk. Der elf Meter hohe Maibaum auf dem Auerbacher Marktplatz wurde in der Nacht zum Donnerstag „fachgerecht“ umgelegt. „Da waren Profis am Werk“, meint Stadtsprecher Hagen Hartwig. Polizei, Feuerwehr und Oberbürgermeister Manfred Deckert waren schnell vor Ort – und das um 3 Uhr morgens.
Der gestürzte Baum wurde umgehend ins Feuerwehrdepot gebracht. Heute morgen – passend zum Tag der Arbeit – wird er an seinem alten Standort wieder aufgestellt. Als Belohnung für die schnelle Hilfe der Feuerwehr spendiert Stadtchef Deckert Freibier für die Kameraden. Gefeiert wurde gestern auch in Vogelsgrün – rund 200 Gäste waren schon am frühen Abend da, um Hexe „Leopa“ brennen zu sehen. Für deren Aufstellen war die örtliche Jugendfeuerwehr zuständig.
Auch in Hohndorf bleibt der Platz für den Maibaum leer. „Maibaumdiebe“ hatten ihn entwendet. Ausgelöst werden konnte er allerdings auch nicht, denn den Dieben wurde der Baum auch schon wieder gestohlen. „Unser Maibaum misst heuer 21 Meter, die Frauen der Sportgruppe haben den Kranz gebunden und Rainer Moser hat den Baum gespendet“, verriet Volker Feustel in Fröbersgrün.
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