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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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1000 Liter Gerstensaft kein Problem
Plauen - 1000 Liter Starkbier sollten mindestens gezapft werden. Und da kurz nach 21 Uhr schon 822 Liter über die Theke gingen, war das ein Leichtes für die Gäste des Starkbierfestes. Zum 4. Mal luden die Trogisten in die Festhalle. Etwa 900 Menschen füllten den Saal und brachten Durst und gute Laune mit. Nach dem Einmarsch und der Begrüßung, holte sich Lutz Reinhardt in diesem Jahr die Neideitel zur Seite.
Der traditionelle Schlag des Plauener Oberbürgermeisters und frischgebackenen Vaters fand aufgrund seines Geburtstages an diesem Tag nicht statt. Er wurde aber würdig von Lutz Reinhardt und der Neideitel vertreten, die synchron ein großes und ein kleines Fass anzapften. ,,O zapft' is" hieß es dann und die erste Runde Starkbier wurde ausgetragen. Unterstützung gab es von Tänzern der Trogisten, die fleißig gefüllte Krüge verteilten und auf der Bühne einen zünftigen Schuhplattler hinlegten. Die Kleinen und Großen der Gruppe Vergissmeinicht zeigten eine Polka und eine Choreografie zu einem Schlagermedley.
Albert Einstein alias Lutz Reinhardt zeigte jede Menge mathematische Genialität und erklärte dem Publikum eine Gleichung, in der Stuhlgang gleich Seekabel ist. Die Neideitel erkundigte sich inzwischen ob's allen schmeckt und auch auf der Bühne wurde sich gesorgt, dass auch die hinten links in der Halle beim Treffer gut versorgt sind.
Acht traurige Gestelle der Alt-Haselbrunner Feuerwehrkapelle spielten auf, denn sie seien schlechtes Publikum gewohnt und was Gescheites zu machen wäre sinnlos. Das unterstützten sich auch musikalisch und gaben dem Publikum richtig was auf die Ohren. Das Lachzentrum eines wohl jeden Gastes traf Lutz Reinhard - mit Hausmeisterkittel, Opa-Hut, Kettensäge und Werkzeugkasten in der Hand. So informierte er, dass ein Gen-Test bewiesen habe, Manfred Eberwein sei weder an den 49 abgesägten Bäumen, den Pollern noch den Blumenkübeln Schuld. So sei auch zu entschuldigen, wenn einer einen Fehler macht, ist es nicht so schlimm, einen noch größeren hinter her zu machen. ,,Außerdem kam die Anweisung doch von ganz oben. Vom Stadtvater, dem OB - dem Joystick vom Lenk. Der verkündete: Wir übergeben die Stadt nicht kampffrei, wir übergeben eine Wüste", stichelte Reinhardt.
Den Optimismus eines Politikers erklärte er anhand einer Flugbegleiterin, die den Passagieren mitteilt: Wir stürzen gleich ab, aber das Bier reicht noch bis zum Aufschlag. Auch Bürgermeister Täschner sollte nicht vergessen werden, auch wenn er sich kaum zeige. "Das war in der Schule auch schon so. Da wurde der 100 Meter Lauf nicht mit der Stoppuhr gemessen, sondern mit dem Kalender", weiß der Trogist.
Abschließende Lacher holte er sich, nachdem er dem VFC einen Übungsvormittag gegen Schaufensterpuppen empfahl. Die Puppen dann aber nach wenigen Minuten 3:0 führten. Tosender Applaus zwang Reinhardt zu zwei Zugaben, bevor die TVF-Gruppe den Schlusspunkt des Programms mit dem Weißen Rössl bildete. Die Stimmung war super, das sechsprozentige Starkbier floss. Es durfte getanzt und gefeiert werden Für die Musik und Unterhaltung von Anfang an sorgte die Haus-und Hof-Kapelle der Trogisten - ,,OB-live". S. Rössel
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