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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Wildkatze im Plauener Stadtgebiet gesehen
Plauen – Und es gibt doch welche im Vogtland. Wie bereits in den vergangenen Jahren berichtet, werden immer wieder Luchse in unserer Region gesehen. Auch beim Vogtland-Anzeiger meldete sich ein Leser, der im August eine Entdeckung machte.
Der botanisch und geologisch sehr interessierte Bürger ist regelmäßig in der Natur unterwegs. Am 4. August dieses Jahres hielt er sich im Wald nahe dem Oberförster-Nauksch-Platz auf. Dort führt ein Waldlehrpfad, vom „Fuchsloch“ aus, hin. Viele Buchen wachsen dort dicht aneinander und ein Felsenlabyrinth bietet gute Versteckmöglichkeiten für Tiere.
Gegen 20.45 Uhr schaute er ihm in die Augen – dem Luchs. Mit etwa zehn Meter Abstand standen sich der Plauener und eine der größten in Europa vorkommenden Wildkatzen gegenüber. „Ich traute mich nicht, mich zu bewegen. Ich hatte ihn wohl überrascht. Langsam wandt er sich von mir ab und verschwand im Dickicht, so hatte ich die Möglichkeit ihn von allen Seiten zu betrachten“, sagt der Mann, der seinen Namen nicht veröffentlicht wissen möchte.
Dieses Erlebnis ließ ihn nicht in Ruhe. Immer wieder suchte er seither die Stelle auf, um vielleicht weitere Hinweise zu bekommen. Er schaute sich Bilder an und las viel über die Tiere, um sich wirklich sicher zu sein. Erzählt hat er es bis auf engen Freunden niemandem etwas davon. ,,Die meisten glauben mir ja doch nicht“, sagt er. Doch nach dem Artikel im Vogtland-Anzeiger ,,Rätselraten um ein totes Reh“ vom 18. September fasste er sich Mut. Auch wenn bei dem Reh ein Luchsangriff so gut wie ausgeschlossen werden kann, melden sich so vielleicht noch weitere Menschen, die Beobachtungen machten. Jana Zschille von der TU-Dresden betreut das Luchsprojekt. ,,Wir sind für jeden Hinweis dankbar. So können wir genau nachvollziehen wo sich die Tiere länger aufhalten“, erklärt sie. Immer wieder seien in den letzten Jahren Meldungen gemacht worden. Ein Foto- sowie Lockstoffmonitoring im letzten Jahr blieb jedoch leider ohne Erfolg.
Die vorwiegend dämmerungsaktiven Tiere leben außerhalb der Paarungszeit als Einzelgänger. Männliche Luchse beanspruchen Territorien von einer Größe bis zu 300 Quadratkilometer und überlappen meist mehrere der deutlich kleineren Territorien der Weibchen. Tagsüber ist hauptsächlich Ruhezeit in einem ihrer Verstecke, gejagt wird nachts. In der Paarungszeit, Ranz genannt, können allerdings auch am Tag Aktivitäten beobachtet werden. Typisch sind die „Pinselohren“ und ihre Backenbärte. Mit einer Schulterhöhe von 50 bis zu 70 Zentimeter wiegen sie zwischen 15 und 25 Kilogramm.
Die Vorderbeine sind um 20 Prozent kürzer als die Hinterbeine. Die Pranken sind groß und verhindern im Winter, dass der Luchs tief im Schnee einsinkt. Die Trittspuren, die der Luchs hinterlässt, sind mit einer Breite von fünf bis sieben Zentimetern für die Vorderpranke und vier bis sechs Zentimetern für die Hinterpranke etwa dreimal größer als die einer Hauskatze. Von Jägern als Konkurrent angesehen und oft verfolgt wurden er so in Europa gänzlich ausgerottet. Seit einigen Jahren jedoch sind zum Beispiel im Harz, dem Fichtelgebirge und dem Bayrischen Wald wieder dichtere Populationen zu verzeichnen. Von Maus bis Reh gehört alles zur Beute. Dabei erfolgt ein Angriff nach typischem Katzenschema. Anschleichen, Anspringen und mit einem gezielten Biss in die Kehle töten. Entkommt ihm die Beute bei einem solchen Angriff, wird das Beutetier bestenfalls über eine kurze Strecke verfolgt. Luchse sind keine Hetzjäger, sie geben die Verfolgung meist schon nach wenigen Metern auf. S. Rössel
2009-09-26
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