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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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US-Investor will Manroland
Der Insolvenzverwalter des Druckmaschinenkonzerns Manroland hat zwei Kaufofferten auf dem Tisch und glaubt, alle drei Werke in Deutschland retten zu können. Wie viele der inzwischen nur noch 6200 Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist aber völlig offen.
Plauen - Zwei Monate nach der Insolvenz des Druckmaschinenhersteller Manroland scheint das Überleben aller drei Standorte in Deutschland gesichert zu sein. Insolvenzverwalter Werner Schneider teilte am Montag mit, mit den jetzt vorliegenden Kaufangeboten könnten die Werke in Augsburg, Offenbach und Plauen mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" erhalten werden. "Wir haben inzwischen zwei Bieterkonzepte auf dem Tisch, die am Mittwoch dem Gläubigerbeirat zur Entscheidung vorgelegt werden", erklärte Schneider.
Einer der beiden Bieter ist laut Finanzkreisen der US-Finanzinvestor Platinum Equity, der andere ein industrieller Investor aus Deutschland. Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen handelt es sich bei diesem Interessenten um die Firmengruppe Possehl aus Lübeck, die allerdings nur an dem Augsburger Standort interessiert sei. Platinum wolle hingegen alle drei Werke für rund 100 Millionen Euro übernehmen.
Die IG Metall erklärte, der US-Finanzinvestor habe zwar einen dreistelligen Millionenbetrag geboten, aber noch keine konkreten Aussagen zur Fortführung der Werke und zu den Personalzahlen gemacht. "Nun steht zu befürchten, dass die Gläubigerbanken auf dieses augenscheinlich lukrative Angebot aufspringen", warnte die Gewerkschaft und forderte "Lösungen für die Beschäftigten, nicht für die Banken". Stefan Kademann von der IG Metall Südwestsachsen sah sich gestern auf Anfrage außerstande, das Angebot der beiden potenziellen Investoren zu werten. "Ich verfüge über keinerlei Unterlagen und hoffe bei der Gläubigerversammlung, zu der ich heute eingeladen wurde, zu erfahren, wer für welchen Zeitraum welche Strategie verfolgt."
Dass der Amerikaner nicht unbedingt der Wunschpartner der Augsburger sei, stehe allerdings zu vermuten. Nach Aussage der Augsburger IG-Metall-Chefin Christiane de Santana gebe es in dem Konkurrenzangebot des norddeutschen Unternehmens auch Überlegungen zu einer Verzahnung von Augsburg mit dem Werk Plauen. Bei einer vernünftigen Lösung für Augsburg und Plauen sehe Insolvenzverwalter Schneider auch mögliche Lösungen für Offenbach, sagte die Gewerkschafterin.
Nach einer Entscheidung im Gläubigerbeirat sollten laut Schneider mit den Arbeitnehmervertretern endgültige Zahlen "über den erforderlichen Stellenabbau festgelegt werden". Der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze stehe bei ihm oben auf der Agenda, betonte der Insolvenzverwalter. va
2012-01-17
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