Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...
Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
Bundesregierung besorgt über Spielsucht
Altmaier zu Umweltminister ernannt
OECD warnt vor Rezession in der Euro- Zone
Deutschland darf kriminelle EU- Bürger ausweisen
Jemen trauert am Nationalfeiertag
Schnelleinstieg:
Kinowelt
Schlagzeilen von Vogtland-Anzeiger.de
Meinungen und Vorschläge
Sie haben einen Leserbrief zu einem aktuellen Thema in unserer Zeitung? Dann schicken Sie diesen bitte direkt an unsere Redaktion. Auch wenn Sie einen Themenvorschlag aus dem Vogtland oder Kritik haben, können Sie uns informieren. redaktion@vogtland-anzeiger.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.
Täglich aktuelle Nachrichten
Täglich aktuelle Nachrichten bekommen Sie mit unserem RSS-Feed. Kopieren Sie einfach den Link in Ihren Feed-Reader oder legen Sie ihn als dynamisches Lesezeichen in Ihrem Browser an. >> RSS-FEED: Vogtland-Anzeiger.de
>> RSS-FEED: Vogtland-Sport.de
>> Unsere Nachrichten auf Ihrer Seite
>> Service: Was ist RSS?
Aktuelle Umfrage:
Vogtland-Anzeiger Newsletter
Stimmt die Richtung des Stadtmagazins „Kompass“?
Plauen – Kürzlich erschien das 17. Heft (Ausgabe 09/09) des Stadtmagazin „Kompass“ für Zwickau und Umgebung, Vogtland und Umgebung. Ein dort auf Seite 38 abgedruckter Beitrag, in dem sich auch Daniela Seidel, Leiterin des Büros des Dachverbandes Stadtmarketing im Plauener Rathaus, äußert, ist Stadtrat Prof. Dr. Lutz Kowalzick (CDU) sauer aufgestoßen.
Unter der Überschrift „20 Jahre danach“ schreibt Daniela Seidel: „Mit etwas Abstand zu den Ereignissen kann man aber jetzt sagen, dass es vielleicht falsch war, damals alles einfach über Bord zu werfen. Heute würde man die Dinge sicher mit mehr Besonnenheit angehen. Trotzdem war nicht alles schlecht in der DDR. Zum Beispiel wussten unsere Eltern, dass uns eine einigermassen sichere Zukunft bevorsteht. Heutzutage müssen die Kinder schon frühzeitig die Weichen stellen, um später einmal eine gute Chance zu haben.“ Diese Passage veranlasst Prof. Kowalzick, an Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer eine Schnellanfrage zu stellen.
In diesem Schreiben wünscht er die Beantwortung folgender Fragen: Teilt der OB und die Verwaltung diese Auffassung? Wird die Stelle von Frau Seidel durch städtische Mittel (mit-)finanziert? Wird das Stadtmagazin „Kompass“ durch städtische Mittel beziehungsweise Aufträge (mit-)finanziert? Ist der OB und die Stadtverwaltung der Auffassung, dass oben genannte Äusserungen – auch als private Meinungsäusserung – dem Ansehen der Stadt Plauen und dem erfolgreichen Stadtmarketing dienlich sind? Was gedenkt die Stadtverwaltung diesbezüglich – beispielsweise im Rahmen der Mitgliedschaft der Stadt Plauen im Dachverband Stadtmarketing – zu unternehmen?“
2009-10-10
Kommentar von _Kopfschüttler am 15.10.2009; 12:48:05 Uhr
Kommentar zu Stimmt die Richtung des Stadtmagazins „Kompass“?
Wer bestimmt, welche Meinung Menschen, die für die Stadt tätig sind, äußern dürfen? Blankes Entsetzen und ein gehöriges Maß an Fassungslosigkeit waren es, die die Fragen des Herrn Kowalzick in mir auslösten. Sind 20 Jahre schon wieder zu viel? Sind die Menschen 1989 nicht auch in Plauen auf die Straße gegangen um solche Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit für sich einzufordern? Grundrechte, die dem einen oder anderen wohl etwas zu weit gehen und wohl schleunigst wieder eingeschränkt gehören.Da wird auf äußerst perfide Art und Weise der Vorgesetzte – ich gehe einmal davon aus, dass der OB dies in irgendeiner Form ist – von Frau Seidel dazu aufgefordert, seine Macht dazu zu nutzen der Frau den Mund zu verbieten – auch explizit für ihre private Meinung zu maßregeln! Und dies nicht zu Themen die in direkter Weise mit ihren dienstlichen Obliegenheiten zu tun haben wohlgemerkt. Oder was sollte die Frage nach der Finanzierung der Stelle von Frau Seidel?
Man muss die Meinung der Frau nicht unbedingt teilen, man kann auch gern anderer Meinung sein. Dass dies – auch öffentlich – inzwischen möglich ist, habe die meisten ja inzwischen begriffen. Um das Demokratieverständnis des Herrn Kowalzick jedoch scheint es nicht sonderlich gut zu stehen, oder wie soll man den Versuch werten, die Verbreitung einer anderen, ihm nicht genehmen Meinung auf den Dienstweg maßregeln zu lassen?
Ich selbst bin in der DDR und der ständigen Präsenz von (mindestens) zwei Meinungen aufgewachsen: einer privaten, und einer für Lehrer, Vorgesetzte, Funktionäre usw. Herr Kowalzick scheint der Meinung zu sein, dass tatsächlich nicht alles schlecht war in der DDR und wünscht sich nun scheinbar die Zustände zurück, in denen jeder nur das sagte, was man von ihm erwartete. Damals waren es juristische und mitunter drakonische Mittel die die Abweichler wieder zur Räson rufen sollten. Heute scheint der finanzielle Druck die angemessene Wahl der Mittel.
Die Drohgebärde die hinter der Frage nach der Finanzierung der Zeitschrift steht, geht in dieselbe Richtung und – sicherlich – auch ins Leere. Dass Firmen mitunter versuchen, ihnen unliebsame Berichterstattung zu verhindern, indem sie Anzeigenaufträge stornieren ist inzwischen bekannt und sorgt bei jedem Bekanntwerden eines neuen Falles für ein Aufschreien sämtlicher Medien. Mit einer öffentlichen Drohung hingegen scheint ja nun ein neues Kapitel der Einflussnahme aufgeschlagen worden zu sein. Aber ich möchte die Rolle eines einzelnen Stadtrates hier nicht überbewerten.
Als Optimist denke ich mal, dass Herr Kowalzick als demokratisch gewählter Stadtrat dies alles vielleicht gar nicht so gemeint hat, wie ich das jetzt wohl völlig falsch interpretiert habe.
Und noch mehr hoffe ich, dass Herr Oberdorfer sich nicht dazu hinreißen lässt seine Stellung zu nutzen um gegen "Andersdenkende" vorzugehen. Aber ich glaube, hierzu muss man nicht einmal Optimist sein. Herrn Oberdorfer traue ich genügend Realitätssinn und moralische Reife zu, diesen Angriff auf unsere Meinungs- und Pressefreiheit souverän abzuschmettern.
Trotzdem: demokratische Errungenschaften müssen geschützt werden – manchmal eben auch vor demokratisch gewählten Stadträten.
Kommentar zu Stimmt die Richtung des Stadtmagazins „Kompass“? ?
Vogtland-Anzeiger jetzt kostenlos testen
Täglich das ganze Vogtland in einer Zeitung und zum günstigsten Zeitungspreis in der Region: Lesen Sie den Vogtland-Anzeiger mit unserem Probeabo zwei Wochen völlig kostenlos. >> mehr dazu...









Kommentar von _Seidel hat vollkommen recht am 12.10.2009; 19:18:24 Uhr
Kommentar zu Stimmt die Richtung des Stadtmagazins „Kompass“?
Ich verstehe die Aufregung nicht. Frau Seidel hat doch vollkommen recht. Herr Kowalzick tut ja grade so, als ob diese sympathische Plauenerin ein Verbrechen begangen hätte. Wie kommt er dazu, diese Frau derart anzugehen? Es kommt in diesem Lande noch andere politische Ansichten als die des Herrn Kowalzick und seiner Partei der CDU. Das sollte bedacht werden. Wir wollen doch jetzt nicht wieder mit Ideologie anfangen, oder? Freies Denken heißt auch, dass man es sich erlauben kann, die DDR oder Teile davon gut zu finden.