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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener Stadträtin malt Ratsbild
Seit zwei Jahren hat die Plauenerin Andrea Horlomus ihre Liebe zur Malerei entdeckt. Rund 140 größere und kleinere Arbeiten sind bereits entstanden. Darunter auch das Bild „Stadtratssitzung“.
Von Martin Reißmann
Plauen – Mit einer Kunstbetrachtung hat der Plauener Stadtrat sicher noch nie begonnen. Es war die letzte Sitzung vor der Sommerpause am Dienstag und die Ärztin und Stadträtin Andrea Horlomus (FDP) wollte dies einmal nutzen, um ihre Fähigkeiten als Hobbymalerin den Abgeordneten zu präsentieren. Vorm Eingang zum Großen Ratssaal im nüchternen und leblosen Foyer mit DDR-Charme baute die Plauenerin ihre moderne und farbenfrohe Kunst auf. Auf zwei Flipcharts stellte sie ihr großes Bild mit dem Namen „Stadtratssitzung“ und war gespannt, was passiert.
Eine Situation aus dem Plauener Stadtrat künstlerisch auf Acryl zu bannen, dachte sich die 52-Jährige, als sie selbst mit ihrer FDP-Fraktion eine der Debatten verfolgte. „Ich habe drin gesessen und mich gewundert, dass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Ich wäre an diesem Tag gerne woanders gewesen, weil es einfach nicht vorwärts ging.“
Besonders gut kam die „Stadtratssitzung“ für die Wand bei Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) an: „Malerisch gesehen ist es ein Traum. Da muss Talent schlummern.“ Manchmal sei es schon wie in einem dunklen Wald in den Sitzungen. Aber regelmäßig würden sich bei Detailfragen auch Fenster auftun, die hinaus führen, meinte der OB. „Mit fallen dazu tausende Geschichten ein“, kommentiert Rainer Maria Kett die Illustration. Die erste handelt von seinem Sitzplatz im Stadtrat. „Die Sonne knallt da voll rein, da tun einem manchmal die Augen weh“, so der Fraktionsvorsitzender der Plauener SPD.
Lobenswert fand auch Baubürgermeister Manfred Eberwein (SPD) das Bild. „Ich erkenne das vollkommen. Ein undurchschaubares Dickicht.“ Das Moos zeige, dass gelegentlich auch alte Dinge behandelt werden. Grünen-Fraktionsvorsitzender Dieter Rappenhöner gefällt besonders das viele Grün in der Zeichnung und das Fenster als Hoffnungsschimmer in dem „Paragrafendickicht“. Linken-Chef Wolfgang Hinz kann dem Bild anfänglich nicht viel entnehmen: „Da habe ich schwere Begriffsstörungen. Für mich ist es ein Naturbild.“ Dann fällt ihm aber doch noch etwas ein: Der Schmetterling am Fenster könnte der OB sein. „Der sitzt ziemlich fest.“
An die Diskussionen um das Goldbeck-Geschenk „Sportpark Plauen“ dachte sofort SPD-Stadtrat Bernd Stubenrauch, als er den dunklen Bildhintergrund mit seinen Schattenspielen sah. Malerin Andrea Horlomus war verblüfft. Mit so unterschiedlichen Gedankenansätzen hätte sie nicht gerechnet. „Ich dachte keiner würde auf das Thema kommen. Ich freue mich sehr, es waren liebevolle Worte dabei.“
2011-06-30
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