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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plamag: Aufrütteln mit Kerzen und Plakaten
Die Belegschaft der Plamag will am Freitag mit Kerzen und Aufklebern erneut die Öffentlichkeit aufrütteln. Gestern bereits sicherte das Wirtschaftsministerium Hilfe zu.
Plauen - "Man darf der Allianz und Miteigentümer MAN nicht das Gefühl geben, dass sie aus der Verantwortung genommen sind", sagte gestern IG Metall-Bevollmächtigter Stefan Kademann, nachdem er von einer geplanten Aktion am Freitagfrüh von 6.30 bis 7.45 Uhr berichtete. Mit Fackeln, Kerzen, Plakaten und Aufklebern (Foto) will die Plamag-Belegschaft erneut die Region aufrütteln. Kademann sprach zugleich von einer "historischen Betriebsversammlung" gestern, weil mit der Belegschaft und der Gewerkschaft auch das Wirtschaftsministerium am Tisch saß. Staatssekretär Hartmut Fiedler, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer bei der Versammlung weilte, habe mit seiner Anwesenheit ein Zeichen gesetzt und der Belegschaft alle erdenkliche Hilfe versprochen.
Kademann zitierte Manroland-Insolvenzverwalter Werner Schneider, der von einer Vielzahl an Interessenten aus dem In- und Ausland für den insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland sprach. Es bleibe aber nicht viel Zeit. "Bis Ende Januar sollten wir eine Lösung haben." Nur noch bis zu diesem Zeitpunkt übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die Zahlung der Löhne und Gehälter. Die Möglichkeit eines Komplettverkaufs, wie sie die Gewerkschaften favorisieren, sehe Schneider aber eher skeptisch. In Geheimgesprächen lote Schneider das Interesse der Investoren aus, die es sowohl aus dem Industriebereich als auch aus dem Finanzsektor gebe. Namen habe er keine genannt. Auch aus China würde er Angebote nicht ausschlagen. Den Mitarbeitern versicherte er, es gebe sehr hoffnungsvolle Ansätze. Um schneller voranzukommen, sei mit der US-Investmentbank Lazard ein Übernahmespezialist beauftragt worden.
"Der Betrieb geht weiter, das Material kommt", sagte Schneider zur momentanen Lage. Die Abnehmer hielten Manroland die Stange, aber bei den langen Produktionszeiten haben "die Kunden Sorge, ob die Maschinen fertig gestellt werden".
Am Abend waren Kademann und Plamag-Betriebsrat Udo Meier auf dem Weg nach Augsburg. Dort tagt heute der Manroland-Aufsichtsrat. "Wir wollen mit Schneider über Details reden. Als Gewerkschaft müssen wir auf alle Szenarien vorbereitet sein", so Kademann. Zu Stimmung in der Plamag sagte er: "Die ist etwas entspannter. Die Kollegen sehen, dass alle beteiligten an einem Tisch sitzen und fühlen sich auch gut informiert." M. T.
2011-12-14
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