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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Aktion „Altenpflege in Bewegung“ in Plauen
Plauen – „Menschen müssen altersgerecht gepflegt werden, deshalb brauchen wir mehr Personal und Zeit für psychosoziale Betreuung. Außerdem muss Pflegearbeit besser bezahlt werden“, sagt Altenpflegerin Cornelia Göhring.
Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen kam sie zur bundesweiten Aktion „Altenpflege in Bewegung“ zum Theaterplatz nach Plauen. Dort hieß es gestern „Pflege im Minutentakt“.
Die Gewerkschaft verdi fordert ein umfassendes Sofortprogramm zur Zukunftssicherung der Altenpflege. Wachsender Pflegebedarf auf der einen und die hohe Belastung der Beschäftigten auf der anderen Seite erfordern eine umfassende und nachhaltige Lösung. Im Mittelpunkt eines Sofortprogramms müsse eine bedarfsgerechte Personalausstattung mit planbarer Arbeits- und Freizeit stehen. Dies entlaste die Beschäftigten und verbessere die Qualität der Pflege.
Gleichzeitig müsse sich die hohe öffentliche Wertschätzung der Pflegearbeit auch in den Löhnen ausdrücken. Mehr Geld müsse ins System, in bessere Personalausstattung und Bezahlung investiert werden. Diese Mehrkosten ließen sich laut ver.di durch die Einführung einer Bürgerversicherung aufbringen.
In der Plauener Innenstadt versammelten sich viele Betroffene. Alle sind sich einig. So kann es nicht weiter gehen. Arbeit in Pflegeberufen sei sehr anstrengend. Der Personalschlüssel gebe teilweise nur ein freies Wochenende im Monat her. Gerade für Mütter ist dies wenig familienfreundlich. Die Arbeitszeiten überschreiten oft die Belastungsgrenze und verletzen Gesetze und tarifliche Regelungen. Zwei Schichten hintereinander, geteilte Dienste oder für Kollegen einspringen sind keine Seltenheit. Kommen noch Urlaubszeit oder Krankmeldungen dazu, sei der Weg zum Burnout geebnet, weiß auch Frank Lippert. Er erarbeitet Dienstpläne in einem Altenheim und weiß nur zu gut um die Probleme.
Eine Anpassung der Gehälter und des Personalschlüssels sei unumgänglich, bekräftigt er. Grundlegend beginnt der Mangel schon während der Ausbildung. Altenpflegeschulen brauchen eine Landesfinanzierung, die Schulgeld durch die Auszubildenden unnötig macht. Für die praktische Ausbildung fordert verdi ein Umlageverfahren. Wer nicht ausbildet zahlt, wer ausbildet, bekommt Geld aus dem Umlagentopf.
Diese vier Punkte gehören zum geforderten Sofortprogramm. Zur Aktion in Plauen wurden sämtliche Politiker geladen, so Gewerkschaftssekretärin Barbara Bronold. Nur Robert Hochbaum habe zugesagt und wollte noch bis zum Abend vorbei schauen. Auch ihm soll anhand von einem Beispiel gezeigt werden, wie kostbar Zeit in der Pflege ist. Während in der ambulanten Pflege noch etwa eine viertel Stunde für das Reichen des Essens zur Verfügung steht, ist der Zeitrahmen in Heimen auf möglichst fünf Minuten begrenzt, wird bestätigt. Zur besseren Demonstration wurden sogar Assietten mit warmen Mahlzeiten angeliefert. Klops oder Gulasch stand im Versuch zur Auswahl.
Die ersten „Tester“ waren verdi Mitarbeiterin Bronold und Krankenschwester Annett Bräuer. Das Reichen der Mahlzeiten gehört zu ihren täglichen Aufgaben, deshalb nahm sie die Rolle der zu pflegenden Person ein. Bronold hingegen machte es sich zum ersten Mal wirklich zur Aufgabe, einer erwachsenen Person beim Essen zu helfen. Schon nach wenigen Augenblicken war sie mit ihrer Geduld am Ende. Den Zeitdruck im Nacken und mit den Problemen konfrontiert, stellte sie bald fest, dass es nicht ihr ,,Ding“ wäre. S. Rössel
2009-09-22
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