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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Leichte Damen schlagen in Plauen kräftig zu
Plauen – Nicht zum ersten Male beschäftigten Vorgänge rund um die Rotlichtszene an der unteren Lessingstraße in Plauen das Amtsgericht. Diesmal waren zwei ungarisch sprechende Frauen aus der Slowakei, die in einem Haus an besagtem Ort ehedem der Prostitution nachgingen, der gefährlichen Körperverletzung angeklagt.
Im Sommer 2006 sollen Agnesa (33) und Aniko (28) die 32-jährige Tschechin Dana nach einem Streit zu Boden gestoßen und ihr danach mehrere Schläge und Tritte verabreicht haben. Der Jüngeren wurde außerdem vorgeworfen, sie habe der Geschädigten wertvollen Schmuck gestohlen.
Die Staatsanwältin listete unter anderem eine Goldarmkette im Wert von 150 Euro, eine Halskette für 200 Euro und eine Goldkette mit Elefanten-Anhänger für 120 Euro auf. Alle diese Vorfälle sollen sich in dem damals von der heute 45-jährigen Serbin Vera-Marija H. geführte Etablissement an der Lessingstraße ereignet haben.
Vera-Marija H. selbst war im Juni 2007 am Amtsgericht Plauen vom Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen worden. Auch die diesmal Geschädigte Dana spielte im seinerzeitigen Verfahren eine bemerkenswerte Rolle.
Bei Mitarbeitern des Vereins KARO war sie im Frühsommer vorletzten Jahres vorstellig geworden. Diese hatten später versichert, Dana wollte aus der Prostitution aussteigen und gemeinsam mit ihrer jüngsten Tochter ein neues Leben beginnen. Bis zur Verhandlung hatte sie sich aber längst mit der „Chefin“ ausgesöhnt.
Ähnlich widersprüchlich wie damals verlief auch diesmal die Beweisaufnahme. Die beiden Angeklagten machten keine Angaben zur Sache. Für Aniko erklärte ihr Verteidiger immerhin, sie habe keinerlei Schmuck gestohlen. Einige in der Anklageschrift näher bezeichneten Schmuckstücke seien Eigentum seiner Mandantin, was diese gerne mit Dokumenten belegen könnte. Die Geschädigte Dana habe über keinerlei Geldmittel verfügt, um sich solch teure Ketten und Anhänger überhaupt kaufen zu können, da sie fast ihre gesamten Einkünfte bei der Bordell-Chefin abliefern musste.
Dana, die in früheren Verhandlungen der deutschen Sprache durchaus mächtig war, beharrte diesmal auf der Hinzu- ziehung eines Dolmetschers. Die Aussagen mehrerer Zeuginnen, darunter der Chefin Vera-Marija H., brachten kaum Erhellendes zu Tage. Unter gegenseitigen Beschimpfungen kam schließlich heraus, dass schon seit längerem ein tiefer Konflikt zwischen Agnesa und Aniko auf der einen Seite sowie Dana und weiteren Damen auf der anderen Seite schwelte.
Die beiden Mädels aus der Slowakei sind mittlerweile aus der Lessingstraße ausgezogen. „Die wollten gemeinsam mit Anikos Ehemann einen eigenen Puff aufmachen. Und der hat früher bei mir mal als Geschäftsführer gearbeitet“, machte Vera-Marija H. ihrem Ärger im Gerichtssaal Luft.
Zum konkreten Tatvorwurf gab es allerdings widersprüchliche Aussagen. Eine Prügelei soll es zwar irgendwann in jenem Sommer vor drei Jahren gegeben haben. Wer aber wann und wie oft zugeschlagen hat, konnte im Gerichtssaal nicht mehr exakt festgestellt werden. Für den Diebstahl des vermeintlich so wertvollen Schmuckes gab es gar keine Anhaltspunkte mehr. Deshalb wurden die Verfahren gegen Agnesa und Aniko gegen Ableistung von jeweils 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit vorläufig eingestellt. Sven Gerbeth
2009-10-19
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