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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Plauener Ostvorstädter fordern Antworten vom OB

Plauen – Plauen ist Spitze, im wörtlichen Sinne. Sie sei die führende Stadt in Sachsen, was die Anzahl der Verkaufsflächen und Einkaufsmärkte betreffe. Und da könne es auch passieren, dass welche schließen müssen, entgegnete Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer den Einwohnern der Ostvorstadt auf die Frage, was denn nun aus der Diska werde und ob die Stadt darauf Einfluss habe.


Gut gefüllt waren die Stuhlreihen zur Einwohnerversammlung in der Turnhalle der Kemmlerschule am Dienstagabend. Gespannt auf Antworten, vielleicht ein wenig verärgert und mit kritischem Blick trafen sich die Ostvorstädter zur Auswertung der Ortsbegehung vom 16. September. Ein Dutzend Vertreter von Stadtverwaltung, WbG, AWG, ISP und anderen zuständigen Bereichen wollten Antworten auf Fragen geben und Lösungen für die Probleme aufweisen.

 

Fast eine halbe Stunde ging Oberdorfer Punkt für Punkt die Liste der von Bürgern gemeldeten und besichtigten Mängel durch. Um diverse Iglu-Standorte werde sich die Abfallentsorgung künftig stärker kümmern. Plätze, Straßen und Wege sind bereits gereinigt worden oder werden in Zukunft mehr im Auge behalten. Auch kleinere Reparaturen wie die der Treppe an der Astrid-Lindgren-Schule wurden vorgenommen. Für Fußwege gäbe es in der Stadtkasse keine Mittel. Gehwege passen in kein Förderprogramm, Geld jedoch sei immer zu veredeln. So sei es also nur sinnvoll Geld zu investieren, wo sich die Summe durch Fördermittel erheblich erhöhen lasse wie beispielsweise beim Bau einer Straße, so der OB.


Einmal bei Thema angekommen war es auch gleich da: das Ärgernis Nummer eins, die Trögertreppe. Mehreren Anwohnern stoße die Vorgehensweise der Stadt auf, vor allem aber die Schließung so kurz nach der Begehung. Die Hoffnung auf Rettung des unabkömmlichen Verbindungswegs lasse mehr und mehr nach. Deshalb wurden auch Forderungen nach konkreten Terminangaben laut, die ihnen auch seitens der Stadt nicht zugesichert werden konnten. Oberdorfer aber habe es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht und bereits zwei Baufirmen beauftragt, Kostenvoranschläge zu unterbreiten. Eine Reparatur die eine Stabilität für mehrere Jahre garantiert, könne vorerst die Lösung sein. Ob Betonunterfüllung oder Ersatzneubau werde noch entschieden. Frühestens bei Frostfreiheit im nächsten Jahr könne aber wohl damit begonnen werden.


Das Thema Fußwege war jedoch ein Unerschöpfliches und nahm etwa eine Stunde des Abends in Anspruch. So erhob sich auch ein Bürger mit der rhetorischen Frage an den OB: ,,Das bisschen was noch in Ordnung ist sollte doch erhalten werden und nicht immer erst gewartet bis alles ganz kaputt ist. Wenn so gedacht und geplant wird, wann wollen Sie denn dann fertig sein, in 100 Jahren?“ Erklärt werden sollte auch, warum die Wohnungsbaugesellschaft in die Gebäudeinstandsetzung nicht investiere, dafür aber eine Sauna für mehrere Millionen baute. Die Erklärung überließ Prokurist Gunter Färber dem Stadtoberhaupt. Dieser versuchte die Vorgänge verständlich zu machen, was sich vermutlich trotzdem nicht jedem erschloss.


Auf wenig Begeisterung stieß der Vorschlag eines Bürgers, einen Wettbewerb zur Umbenennung des Mammengebiets auszurufen, Sei dieser Name doch verpönt, obwohl die Wohnlage mit viel Grün nicht die Schlechteste sei. Fazit: Nicht jeder hörte an diesem Abend das was er hören wollte.

 

Von Stefanie Rössel

 

2009-12-03




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