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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Köhler: "Werde sicher wieder nach Plauen kommen"

081009 Goldenes BuchPlauen – Als erster trug sich 1905 der sächsische König Friedrich August in das Goldene Buch der Stadt Plauen ein. Und vor dem Bundespräsidenten war es Prof. Klaus-Dieter Waldmann, als ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde. Nun ziert das ehrwürdige Dokument der Namenszug des ranghöchsten Deutschen, Horst Köhler und dessen Gattin Eva Luise.


Etwa 60 Journalisten hatten sich für den Besuch des Bundespräsidenten im Trausaal des Alten Rathauses akkreditieren lassen. Eine halbe Stunde vor dessen Eintreffen hatten sich Bundes- und Landtagsabgeordnete der Region, Oberbürgermeister und Bürgermeister vogtländischer Städte, zahlreiche Stadt- und Kreisräte, die Präsidenten der regionalen Service-Clubs, Organisatoren des Wende-Denkmals, Akteure des Herbstes 1989 sowie Ehrenbürger Plauens eingefunden.


Während Kamera- und Fototeams erste Probeaufnahmen „schießen“ und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer Interviews für die ARD-Tagesschau und das MDR gibt, wird durchgestellt, dass Köhlers Hubschrauber soeben am Lindentempel gelandet sei und sich die Staatskarosse samt Eskorte im Eiltempo Richtung Innenstadt begebe. Gleichzeitig erfährt die informationsgierige Presse, dass Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zwecks Koalitionsgesprächen zur Kanzlerin nach Berlin beordert wurde, den ersten Teil des Tages als Ehrengast also ausfällt.


Als die Security-Leute rechts neben dem Schreibtisch, auf dem das Goldene Buch ausgebreitet liegt, Aufstellung genommen haben, vergehen nur noch wenige Sekunden bis zum großen Augenblick. „Meine Damen und Herren, der Bundespräsident und Frau Köhler“ lautet die Begrüßungsformel und schon hat das Paar Aufstellung zum Gruppenbild genommen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, Landrat Dr. Tassilo Lenk, dem Chef der Staatskanzlei Johannes Beermann und Spitzenprinzessin Sophie Gürtler lächeln sie dem Blitzlichtgewitter entgegen.


Dann schlägt für den zehnjährigen Maximilian Rothe und die gleichaltrige Martha Helene Preusker die große Stunde. Die jungen Künstler vom Vogtlandkonservatorium spielen „Ragtime“ und ernten von Köhler dafür nicht nur ein spontanes „Bravo“ sondern auch ein individuelles Erinnerungsfoto samt Autogramm auf ihren Notenblättern. Danach erinnert das seine Amtskette tragende Plauener Stadtoberhaupt in einer kurzen Begrüßung an die Situation vor 20 Jahren, nennt nochmals die Forderungen von einst, „die heute ganz selbstverständlich in der Verfassung stehen“ und bezeichnet den Besuch Köhlers „als Würdigung des Mutes der Demonstranten von damals und des Stolzes der Bürger von heute.“


Dann ergreift das Staatsoberhaupt das Wort und vermittelt den Anwesenden nach wenigen Augenblicken das Gefühl, wirklich gern nach Plauen gekommen zu sein. Er möchte heute mit Leuten sprechen, die das zuwege gebracht haben, reflektiert er die Ereignisse des Wendeherbstes. „Wir haben uns damals immer gefragt, ob wir den Mut aufgebracht hätten auf den Marktplatz zu gehen“, würdigt er aus ganz persönlicher Sicht den Mut der Demonstranten auch in Plauen. Dann bekommt das Paar ein Präsent zur Erinnerung seines Aufenthaltes in Plauen überreicht – Blumen mit Spitzenapplikation die Gattin des Präsidenten, eine Bildcollage des Künstlers Dietrich Kelterer Horst Köhler selbst.


Eine Fotografie des Wende-Denkmals, das am Eingang des Trausaales auch als Modell präsentiert wird, überreicht der Initiator des Denkmals Wolfgang Sachs, verbunden mit der Hoffnung, Köhler möge zur Einweihung wieder in Plauen weilen. „Ich werde nichts versprechen was ich nicht halten kann, aber ich werde bestimmt noch mal nach Plauen kommen“, erwidert Köhler lächelnd. Dann wechselt er einige Worte mit Prof. Klaus-Dieter Waldmann und anderen Ehrenbürgern, die ihm Oberdorfer vorstellt und natürlich dem Stadtoriginal, der Neideiteln. Kurzes Winken vom Rathausbalkon zu den etwa 150 schaulustigen Plauenern, dann begibt sich der Tross zu Fuß ins Malzhaus. „Dank, dass Sie hier waren, Herr Köhler“ ruft ihm ein Bürger hinterher. tp

 

2009-10-08




Kommentar zu Köhler: "Werde sicher wieder nach Plauen kommen"?

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