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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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4. Berufsorientierungsmarkt in Plauen

240909 BerufsmessePlauen – Mal sehen und sich informieren, welche Berufe man als junger Mensch in Plauen und der Region erlernen kann. So oder so ähnlich lautete die Motivation der an die 1000 Mädchen und Jungen – in Begleitung mitunter von Eltern oder Lehrern – , die am Mittwoch den 4. Berufsorientierungsmarkt in der Veranstaltungshalle im Möbelhaus Biller in Plauen besuchten.

 

70 Firmen, Institute und Bildungsträger der Region und auch überregional angesiedelte Anbieter stellten sich vor und warben um künftige Azubis. Den Schülern und späteren Bewerbern auf eine Lehrstelle präsentierte sich eine große, vielschichtige Palette potentieller Berufs- und Karrierewege. Es gab viel zu lesen, zu sehen und die Gesprächsmöglichkeiten mit Vertretern der Firmen und Institute an den Ständen wurden eifrig genutzt.


„Ich würde, wenn ich meinen Traum umsetzten könnte, etwas in Richtung Modedesign studieren, aber ich bin auch Realist, da ist etwas mit Maschinenbau wohl auch nicht schlecht“, sagte Kai Schaller, 15-Jähriger Schüler des Plauener Lessinggymnasiums. Was zur Messe fehlte, fand Schaller, dass nichts über „Studierberufe“ wie er sie nannte, ausgestellt wurde. Mutter Ines sah die Messe als einen guten Querschnitt für machbare Angebote. „Es steht immer die Frage, ob man, bevor man studiert, einen Beruf erlernt, um dann darauf aufzubauen oder nicht“, fand sie.


Bruder Jan Schaller studiere schon Physik, ein Beruf vorab wäre vielleicht sicherer gewesen. Aber das Leben ist nicht immer ausrechenbar. „Immerhin kann man als Physiker ja auch Bundeskanzler werden“, kommentierte dies Heike Söllner, Lehrerin der Friedensschule, augenzwinkernd. „Uns gefielen besonders die Stände von Goldbeck, der Polizei, dem IWB und der Stand mit den chemietechnischen Assistenten“, sagt Vincent Brösdorf von der Friedensschule Plauen, der mit seinen Freunden Kevin, Leo und Willy durch die Halle zog.

 
Aufmerksam nahmen die 13-Jährigen die Tafeln, Aufgaben und Angebote zum Ausprobieren an Laptops und Experimenten wahr. „Ich will mal Polizist werden“, meint Vincent später. Auch Jan Kiesel aus Plauen fand den Berufsorientierungsmarkt informativ. „Der Stand von den Johannitern war für mich am interessantesten“, so der 14-Jährige. Berufe im Dienste des Menschen sind toll. „Ich will aber KfZ-Meister werden“, gestand er. Was Wunder, ist doch sein Vater schon Meister, und der junge Kiesel schraubt jetzt bereits in jeder freien Minute an Autos.


„Insgesamt sind wir mit der Resonanz zufrieden“, zog Projektleiterin Nadine Rauh vom Organisatorenteam der Messe Bilanz. Einen Überblick über die Angebote der Region sei mit dieser Exposition gemacht, die in Zusammenarbeit mit der Plauener Stadtverwaltung und dem Jugendparlament auf die Beine gestellt wurde. Neben dem Lob fand Rauh jedoch auch kritische Worte über Tendenzen in der Azubi-Auswahlpolitik von Anbietern. „Viele Firmen nähmen lieber Abiturienten als Azubis als Realschüler, obwohl manche Berufe eben eigentlich für Realschüler zugeschnitten sind“, sagte die Projektleiterin.  Frank Blenz

 

2009-09-24




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