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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Uni Pilsen: Plauen von Mauscheleien nicht betroffen
Pilsen/Plauen – An der Pilsener Universität soll es an der Fakultät für Jura zu Mauscheleien gekommen sein. Offizielle Stellen in Prag sprechen sogar von organisierter Kriminalität. Worum geht es?
Absolventen besagter Fakultät sollen in außergewöhnlich kurzer Zeit ihr Diplom abgelegt haben. Als „Dankeschön“ sollen sie sich verpflichtet haben, ihre Helfer bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu bevorzugen. Klaus Helbig, bis vor kurzem Außenstellenleiter der Westböhmischen Uni in Plauen, zeigt sich „maßlos enttäuscht“. Vor allem darüber, dass die Pilsener Einrichtung nun in einem Atemzug mit der rumänischen Uni Spiru Haret genannt werde, der ebenfalls Titelschacher vorgeworen wird. Das freilich ist nicht die einzige Gemeinsamkeit – auch die Rumänen wollen in Plauen mit einer Niederlassung Fuß fassen.
Von Unregelmäßigkeiten in Pilsen hat Helbig noch nichts Offizielles gehört. Die seit Sommer als Außenstellenleiterin fungierende Barbara Salamounova hält sich nur montags in Plauen auf und war telefonisch nicht erreichbar. „Ich hoffe, dass die Schlagzeilen keine negativen Auswirkungen auf die Außenstelle haben“, sagt Helbig. Für die in Plauen angebotenen Studiengänge Kunst und Design schließt er derlei Titelschacher aber kategorisch aus. „Das kann ich mir bei unseren Partnern schlichtweg nicht vorstellen.“
Außerdem seien die jungen Leute hier vielmehr damit beschäftigt, Bafög zu erhalten, als sich mit unlauteren Mitteln irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Dennoch macht er sich Sorgen, ist es doch kein Geheimnis, dass auch andere Fakultäten die Absicht haben, in Plauen Niederlassungen zu gründen – beispielsweise die pädagogische oder die philosophische Fakultät. Auch ein germanistischer „Senker“ für Plauen sei im Gespräch. In allen Fällen aber habe die Stadtverwaltung wohl etwas abgeblockt, vermutet Helbig. tp
2009-10-16
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