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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Plauener Trögertreppe ist Sicherheitsrisiko
Plauen – Die Trögertreppe ist gesperrt. Viele Anwohner müssen nun einen langen Umweg in Kauf nehmen.
Bereits zur Ortsbegehung in der Ostvorstadt am 16. September war die Treppe zum Thema geworden.
Der Zustand lasse zu wünschen übrig und doch sei sie nicht wegzudenken, denn sie bilde die direkte Verbindung zur Innenstadt und werde von den Bürgern viel genutzt. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer war sich der Wichtigkeit bewusst und versprach, nach einer Lösung zu suchen. Umso mehr verärgert sind die Bürger nun über die Sperrung seit etwa drei Wochen. Wer sonst zur Arbeit laufen konnte, nimmt nun teilweise das Auto. So mancher steht im Firmengelände und schaut nach oben zu seinem Wohnhaus. So nah und doch plötzlich so fern, heißt es ironisch.
Dabei sei die Sperrung eine reine Schutzmaßnahme, erklärt Baubürgermeister Manfred Eberwein. Es bestehe die Gefahr, dass die Treppe in bestimmten Teilen einbrechen kann. Hohlräume die auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar sind, stellen eine wirkliches Risiko dar, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Eine grundhafte Sanierung koste 180 000 bis 200 000 Euro. Diese Summe sei im Moment im Haushalt nicht vorgesehen, bestätigt Eberwein. Es werde nun nach einer Übergangsmöglichkeit gesucht, die eine bauliche Zwischenfreigabe möglich macht.
Der untere Bereich wurde nach Angaben eines Bürgers von der Bahn saniert, Unverständnis herrsche dabei, warum es bei diesem kurzen Abschnitt blieb. Bereits am Freitag machte man sich erneut gemeinsam er mit einer Baufirma vor Ort erneut ein Bild. Es müsse genau zwischen Kosten und Nutzen abgewägt werden, die Sperrung soll aber keine Dauerlösung sein, hieß es.
Wer sich nur wenige Minuten im Bereich der Treppe aufhält spürt, wie groß die Verärgerung der Leute ist. Unverständnis über die Sperrung herrscht vor, viele ignorieren die Schilder sogar und nutzen die „Abkürzung“ auch weiter, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Absperrungen werden teilweise einfach umgeworfen oder zur Seite gekippt.
Auch Eberwein bittet um Verständnis und vor allem darum die Schilder zu beachten und zu befolgen, denn es gehe tatsächlich eine Sicherheitsgefährdung von der Treppe aus. Im Falle eines Unfalls sei jeder selbst dafür verantwortlich und könne keine Schadensersatzansprüche stellen.
Noch während der Baubegehung am Freitag erkundigte sich eine Anwohnerin, warum eine Sperrung so dringlich gewesen sei. Als ihr die Löcher in den Treppen gezeigt wurden und die brüchigen Stellen, die gerade jetzt durch viel Laub verdeckt sind war ihre erste Reaktion: „Diese Treppe werde ich freiwillig nicht mehr benutzen. Das ist einem wirklich nicht bewusst, aber wenn ich die Löcher so sehe, dann mache ich freiwillig einen Umweg. Das ist mir zu gefährlich.“
Von Stefanie Rössel
2009-11-23
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