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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Elterninitiative in Plauen bringt Kinder zum lachen

150909 Zeit für KidsPlauen/Streuberg – Schon von Weitem hörte man die lustige Schar. Elke Büttner und Birgit Voigt stellen die Getränke im Biergarten der Gaststätte Streuberg bereit, auch Senf und Ketchup und geben den Männern am Grill ein Zeichen. Und dann fährt sie auch schon ein, die Theumaer Bimmelbahn. Mädchen und Jungen aus dem Plauener Stadtgebiet Preißelpöhl sind die Fahrgäste.

 

Sie sind ganz aus dem Häuschen und nicht leicht zu bändigen. Nicht alle Tage wird ihnen ein solches Erlebnis geboten. Gundula Schreier und ihre Helferinnen haben alles im Griff. Sie sind die guten Seelen der Vereinigung „Zeit für Kids“. Vor etwa drei Jahren hat Frau Schreier die Initiative ergriffen und begonnen, sich um Kinder zu kümmern, die sich auf einem Spielplatz im Bereich Martin-Luther-, Reißiger- und Tischerstraße treffen und augenscheinlich sich selbst überlassen sind. „Sie kommen aus sozial benachteiligten Familien“, sagt die Erzieherin im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ihre Freizeitgestaltung zu beeinflussen, ihnen zuzuhören und zu helfen, ist mein Anliegen.“ 20 Jahre war Gundula Schreier im Joel-Verein tätig, hat Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern gesammelt.


Verschiedene Anlässe trugen dazu bei, dass sich auch andere Frauen einbringen wollten. Eine Elterninitiative entstand, die mit den Kindern spielt, bastelt, Feste feiert und Kleidung für sie zusammenträgt. Die einen helfen sporadisch, die anderen sind regelmäßig vor Ort auf dem Spielplatz und in einem Raum in der Martin-Luther-Straße 1, der mittlerweile aus allen Nähten platzt. „Vor allem im Winter ist der Bedarf groß und der Raum reicht nicht aus“, so Frau Schreier. „Mitunter kommen auch Eltern mit vorbei. Die meisten sind sehr dankbar, dass ihren Kindern ein wenig Hilfe und Aufmerksamkeit zuteil wird.“


Die Initiatorin sowie Anke Schiener, Karola und Manfred Lenk und Rita Schliffer versuchen, den Kindern etwas Hilfe zur Selbsthilfe zukommen zu lassen. Da wird gekocht, genäht und gebastelt; bei Hausaufgaben wird geholfen und oft auch bei der Bewältigung der verschiedensten Konflikte. Spielerisch werden christliche Werte vermittelt, „für jene, die sie annehmen möchten, also in völlig freiem Rahmen“. Finanziert wird alles durch Spenden und oft genug aus privater Tasche.


Das Herbstfest am Freitag mit der Fahrt zum Streuberg wurde möglich durch den Geburtstag von Elke Büttner. Die Unternehmerin der Firma Transport & Service wollte keine Blumen und Geschenke. Sie bat ihre Mitarbeiter stattdessen, „Zeit für Kids“ zu unterstützen. „Da kam einiges zusammen, so dass wir den Kindern diese Freude finanzieren konnten. Meine Mitarbeiter Rene Ludewig und Frank Klimkeit, die dann auch die Roster grillten, fuhren mit ihren Autos die Kinder nach Theuma. Auch Janette Strobel von der ABC-Autovermietung kam mit einem Kleinbus und fuhr kostenlos. Die Brötchen sponserte die Bäckerei Hörning.“ Gundula Schreier freut sich über die vielfältige Hilfe. Der Frau, in deren Familie drei Adoptivkinder und vier Pflegekinder aufwachsen, fehlt es nicht an Ideen, aber für „Zeit für Kids“ wünscht sich die 50-Jährige noch mehr Leute, die mit anpacken. B.W.

 

2009-09-14




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