Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Aktuelle Umfrage: "Autofahrer sollten sich aller 15 Jahre einem Fahrtauglichkeits-Check unterziehen. Dies fordert Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD). Im Visier sind vor allem ältere Verkehrsteilnehmer. Würden Sie sich einer derartigen Untersuchung unterziehen?"



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Straßenbahn Plauen stellt Kalender für 2010 vor

171109 Straba-KalenderPlauen – Am 17. November 1894, vor 115 Jahren, fuhr zum ersten Mal in Plauen eine elektrisch betriebene Straßenbahn vom Oberen Bahnhof zum Neustadtplatz.

 

Elf Fahrer steuerten die aus Köln am Unteren Bahnhof angelieferten Triebwagen 1 bis 9, und am Eröffnungstag konnten 6954 Fahrgäste gezählt werden. Der Fahrpreis betrug zehn Pfennige, einen Fahrschein erhielt man dafür noch nicht. Bereits knapp einen Monat später, am 3. Dezember 1894, wurde die zweite Teilstrecke zum Unteren Bahnhof eröffnet. Damit war die Linie komplett.

 
Wechselvolle Geschichte
 
 115 Jahre Plauener Straßenbahn, das ist eine wechselvolle Geschichte. Immer geprägt von großer Sympathie, die die Plauenerinnen und Plauener „ihrer“ Straßenbahn entgegenbringen. Selbst die Einführung der Nachtbuslinien (und damit einhergehend ein deutlicher Verlust an Frequenz der Beförderung) fügte diesem Wohlwollen nur bedingt Schaden zu; es ist eben doch nicht zu verkennen, dass die Platz greifende und die Umwelt schädigende, individuelle Mobilisierung fast eines jeden ihren Tribut auch in dieser Hinsicht fordert.


In zwei Büchern, die sich dem Thema „100 Jahre Straßenbahn Plauen“ beziehungsweise dem 110. Geburtstag dieses Plauener Verkehrsmittels widmen, lässt sich Wissenswertes, Kurioses und jede Menge Statistik nachlesen sowie eine Fülle an aussagekräftigen Fotografien bewundern. Verfasst wurden diese beiden Chroniken der Straßenbahn von Joachim Mensdorf und Klaus Reichenbach. Beide steuerten im Verbund mit Hans Herold auch die Fotos für den für das Jahr 2010 von der Plauener Straßenbahn GmbH herausgegebenen Straßenbahnkalender bei. Das Monatskalendarium widmet sich diesmal den Endhaltestellen (und verzichtet auf die Nutzung der Fotos als Postkarten).


Im reizvollen Vergleich von einst und jetzt beweist der auf Glanzpapier bei Süddruck Neumann gedruckte Kalender die Binsenwahrheit, wie rasch sich doch die Zeiten ändern ... und mit ihnen auch die Endhaltestellen.
So zeigt beispielsweise der Blick auf den wild bewachsenen Bärenstein und die Endhaltestelle Oberer Bahnhof des Jahres 1968 sowohl die als Spitzkehre betriebene Endstelle der ersten Plauener Straßenbahnlinie vom Oberen zum Unteren Bahnhof als auch die seit 1965 angelegte Schleife, die sich wegen des Beiwagenbetriebes notwendig machte. Inzwischen ist dies alles längst einer großzügig angelegten Verknüpfungsstelle des öffentlichen Personennachverkehrs gewichen, doch es sei erlaubt anzumerken, dass diese so modern anmutende Anlage in 40 bis 50 Jahren wahrscheinlich auch zum Schmunzeln anregen wird.


Noch deutlicher wird der Kontrast von einst und jetzt beim Betrachten der Endhaltestelle in Neundorf. Hier zeigt die Aufnahme aus dem Jahre 1935 (aus der Sammlung Joachim Mensdorf) den Triebwagen Nr. 46 des Baujahres 1926 am Zeppelinplatz, wie damals der heutige Rosa-Luxemburg-Platz hieß. Imposant dagegen das Foto von 1996 mit zwei Endschleifen, eleganten Triebwagen und dem futuristisch anmutenden Möbelhaus.


Völlig verändert hat sich auch die Endhaltstelle Hauptfriedhof. Sie befand sich einst gegenüber dem Hauptfriedhof, und das Foto von Klaus Reichenbach von 1957 zeigt eine hölzerne Wartehalle, wo sich heute eine Kaufhalle und die Neuapostolische Kirche befinden. Auch kaum noch vorstellbar ist, dass sich die Endhaltestelle Haselbrunn einst am Waldschlösschen befand und erst 1957 bis zum Stadtwald verlängert wurde. Inzwischen geht die Reise bis zur Plamag und endet dort auch in einer Endschleife.

 
Ein Stück Heimathistorie
 
Der Kalender, der dieses reizvolle Kontrastprogramm mit den Endhaltestellen von einst und jetzt bietet, erschöpft damit sein Potential noch nicht. Auf einer zusätzlichen Seite lässt sich nachlesen, dass die vorgestellten sechs Endpunkte dieses Kalenders längst nicht alle in der Plauener Straßenbahngeschichte waren. So werden denn in einer Übersicht alle nicht genannten Endhaltestellen (auch die nur zeitlich begrenzten) detailliert aufgeführt. Hinzu kommen dann noch die Zahlen, die als Betriebsdaten über die Leistungsfähigkeit der Plauener Straßenbahn GmbH Auskunft geben. Alles in allem ein erhellendes Stück Heimatgeschichte, das seinen Wert nicht nur für Straßenbahnfreunde hat. Zu erhalten ist der Kalender in den Plauener Buchhandlungen und im Gebäude für den Kartenverkauf am Tunnel.  M.B.

 

2009-11-18




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