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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Taschengeldausgabe im Plauener Landratsamt
Plauen – Jeden Monat ist für sie dieser Tag ein wichtiger Termin. Die Asylbewerber im Vogtlandkreis kommen zur Taschengeldausgabe ins Plauener Landratsamt an der Neundorfer Straße.
Je nach dem, welchen Status sie besitzen, ob geduldet oder mit einer Aufenthaltsgestattung „ausgestattet“, erhalten die Menschen aus Afrika, Indien, Afghanistan oder aus anderen Krisengebieten der Welt eine finanzielle Zuwendung – die einen zehn Euro (Duldung) die anderen 40 Euro (Aufenthaltsgestattung nach Asylbewerber-Leistungsgesetz). Im Monat.
So auch Donnerstagvormittag. Im Aufgangsbereich des schönen Gründerzeitgebäudes des Landratsamtes in Plauen hat sich eine Schlange von etwa 50 Ausländern gebildet. Geduldig und still warten die Asylbewerber, die einzeln in das Büro eintreten. Freudig lassen die ersten Leute danach das Papiergeld in den Händen sehen. Doch einige kehren wütend, enttäuscht, hilflos, abgewehrt aus dem Zimmer zurück.
„Ich habe kein Geld bekommen, man sagte mir, in Neundorf (Asylbewerberheim in der Kasernenstraße) wurde eine Unterschrift nicht gemacht“, schimpft Mohamed Mansur. Er solle morgen vorbei schauen oder besser am Montag, berichtet der Mann aus Libyen. „Es sind Menschen dabei, die extra nach Plauen kommen, um sich das Taschengeld zu holen, jetzt vor dem Wochenende. Und dann doch noch mal her müssen. Mann, wir brauchen die paar Euros einfach“, sagt Mansur weiter. „Die in den Behörden können sich das gar nicht vorstellen. Die haben pünktlich ihren Lohn auf dem Konto“, kommentiert der Asylbewerber und Familienvater.
Auf die Nachfrage des „Vogtlandanzeiger“ in der Ausländerbehörde, „warum man in der Behörde den Bürgern nicht das Taschengeld auszahlen konnte“, meinte eine Sachbearbeiterin im Ordnungsamt: „Welche Bürger? Das sind doch Asylbewerber.“ Und die von dem Geschehen im Amt informierte Pressestelle des Landratsamtes verlangte, die im Raum stehenden Fragen nochmals schriftlich einzureichen. Auf die Bitte unserer Zeitung, sich auf die mündlich gestellte Einzelfrage nachmittags zu äußern, wurde von Pressesprecherin Kerstin Büttner darauf verwiesen, sie werde den Vorgang zu prüfen, dann könne mit befugten Personen gesprochen werden.
Es folgte am frühen Nachmittag ein telefonisches Hin und Her zwischen Zeitung, Pressestelle des Landratsamtes, Ordnungsamt und Ausländerbehörde. Warum eine Beantwortung per Telefonat nicht gewährleistet wurde, beantwortete man in der Pressestelle so: „Wir haben die Dienstanweisung nicht gemacht.“ Die besage, dass Fragen seitens der Presse nur schriftlich angenommen werden. Ordnungsamtleiter Matthias Borrmann sagte es noch drastischer: „Entweder schriftlich oder gar keine Antwort.“ Wir stellten die Frage also schriftlich: „Warum erhielten heute mehrere ausländische Bürger im Landratsamt kein Taschengeld?“
Am Donnerstagnachmittag, derweil war keine Pressesprecherin mehr telefonisch erreichbar, erhielt unsere Zeitung Antwort. Das Landratsamt teilte schriftlich mit: „Durch ein Büroversehen sind am heutigen Tag bedauerlicherweise sieben Auszahlungsanordnungen an Asylbewerber nicht zur Auszahlung in die Kasse gelangt. Mit den betreffenden Personen wurde gesprochen und sich wegen dieses bedauerlichen Fehlers entschuldigt. Es wurde vereinbart, dass sie einen Tag später, also am 30.10. 2009, das Taschengeld in der Kasse in Empfang nehmen können. Die Personen waren damit einverstanden.“
„Es ist erniedrigend vertröstet zu werden“, sagt Mohamed Mansur, als er das Landratsamt am Donnerstag verließ. Ohne Taschengeld. Frank Blenz
2009-11-02
Kommentar von _Paul Friedrich am 06.11.2009; 07:36:52 Uhr
Kommentar zu Taschengeldausgabe im Plauener Landratsamt
Ich bin schon erstaunt, daß mein Vorkommentator einen Unterschied machen will, zwischen einem "offiziellen" Zeitungsinterview und einer Arbeitsauskunft durch eine Behördenangestellte. Letztere gehört mit einer saftigen Abmahnung ins dunkelste Archiv des LRA versetzt. Alles andere sind Organisationsfragen. Ich könnte mir auch vorstellen, nachdem ich gelesen habe, daß alle Asylbewerber in PL untergebracht sind, daß eine Auszahlung dort stattfindet.Aber die Lenk´sche Behörde ist mit Leistungsauszahlungen sowieso viel "langsamer" als mit Leistungseintreiberei. Da wartet man durchaus schon mal 8/9 Monate, daß ein fristgerecht eingereichter Antrag bearbeitet und ausgezahlt wird. Andersrum hast man nach wenigen Tagen seitens des LRA eine Mahnung/Vollstreckung am Hals.
Kommentar zu Taschengeldausgabe im Plauener Landratsamt ?
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Kommentar von _m.k. plauen am 04.11.2009; 22:19:43 Uhr
Kommentar zu Taschengeldausgabe im Plauener Landratsamt
nun,ich möchte zu dem artikel sagen,dass zitierte personen diese aussagen zwar gemacht haben,diese aber keinerlei interviewcharakter besaßen, also ohne nachfragen auf einverständnis nicht einfach so in der zeitung erscheinen sollten. die aussagen der behörde sind also auch richtig. die betroffenen wurden angesprochen,ob es möglich ist,am folgenden tag die leistungen abzuholen. man hätte selbst mit noch so viel wut im bauch das geld an diesem tag nicht erhalten. dazu zusagen ist auch das nicht alle nicht rechtzeitigen auszahlungen auf einen fehler der behörde zurückzuführen waen. hatten doch einige ausländer schlichtweg die geforderte unterschrift für die aushändigung der leistungen nicht geleistet. der fehler des zitierten lag allerdings in der behörde. war er aber doch nicht so gravierend,das er gar kein geld bekam. und mal ehrlich; wessen "LOHN" ist denn schon immer pünktlich gekommen?... vielen dank für die möglichkeit der äußerung. m.k. plauen