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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Die „Tunnelkids“ und „Pöbelpunks“ von Plauen
Plauen – „Tunnelkids“, „Pöbelpunks“ oder „nichtsnutzige Halbstarke“, so werden die Jugendlichen in der Innenstadt, die mittlerweile zum ständigen Erscheinungsbild gehören, von einigen Bürgern genannt oder auch beschimpft. Zuweilen verbringen diese jungen Menschen viele Stunden in Plauens Zentrum, sitzen am Tunnel, an den Straßenbahnhaltestellen oder im Lutherpark und konsumieren Alkohol.
So erregen sie die Aufmerksamkeit so manches ordnungsliebenden Bürgers. Doch die Jugendlichen sind keineswegs allein gelassen. Die Sozialarbeiter der Mobilen Jugendarbeit Plauen kümmern sich um jene, die sich nicht in üblicher Weise in die Gesellschaft integrieren. Anja Merkel und Janet Lippert, zwei jener Sozialarbeiterinnen wehren sich gegen eine pauschale Vorverurteilung der Jugendlichen. Sie halten die jüngst wieder aufgeflammte Diskussion für wenig hilfreich.
Die beiden Jugendarbeiterinnen kümmern sich ausschließlich um die jungen „Herumlungernden“, wie es oft im allgemeinen Sprachgebrauch heißt. Aber auch Personen, die das fünfzigste Lebensjahr bereits überschritten haben, sitzen zuweilen auf den innerstädtischen Bänken und konsumieren „ihr Bier“.
Dieser Anblick ist sicherlich nicht schön, aber Merkel und Lippert wollen eine Gleichbehandlung erreichen. Schließlich sei ihrer Meinung nach der öffentliche Raum für jeden da. Der Lutherpark beispielsweise ist kaum besucht und so finden die Jugendlichen einen freien Platz, wo sie den Tag verbringen können. Gegen unangenehme Verhaltensweisen wie öffentliches Urinieren gibt es schon eine gesetzliche Handhabe.
Das Plauener Ordnungsamt sei bereits sehr aktiv. Passanten anzupöbeln oder herumliegende Bierflaschen, heißen die mobilen Jugendarbeiter auch nicht gut und sie weisen „ihre“ Jugendlichen auch in aller Regelmäßigkeit daraufhin.
Trotzdem meint Anja Merkel, dass sich die Situation ein Stück weit verbessert hat. Früher waren Polizeieinsätze an der Tagesordnung. Mittlerweile werden sogar die Hunde angekettet. Von zehn Tieren laufen höchstens noch zwei frei herum. Auch die Verschmutzung hat abgenommen, von Zeit zu Zeit läuft sogar der eine oder andere mit einem Müllbeutel herum und sammelt die eigenen Hinterlassenschaften wieder auf.
Auch die Bänke im Lutherpark wurden schon einmal in Zusammenarbeit mit den Sozialarbeiterinnen gestrichen. Sicherlich wurden einige Verbesserungen erzielt, aber Licht am Ende des Tunnels ist noch nicht in Sicht. „Sie sind in Endlosschleifen bei der Arge“, erklärt Merkel. „Einige sehen mit Mitte 20 keinen Ausweg mehr.“ Dass sich die Jugendlichen ziel- und planlos Tag für Tag, Woche für Woche in der Stadt aufhalten und das geringe Arbeitslosengeld in Alkohol investieren, hat seine gesellschaftlichen Gründe. Das Herz der Sozialarbeiter schlägt für Gerechtigkeit. Sie vertreten die Ansicht, dass nicht jeder von Geburt an die gleichen Chancen hat und somit gibt es immer wieder soziale Problemfälle. Doch jammern hilft nichts und so versuchen die Jugendarbeiterinnen die Symptome zu bekämpfen. Für sie ist es bereits eine positive Entwicklung, wenn sich einige der Jugendlichen über das persönliche Leben Gedanken machen und als Persönlichkeiten wachsen. Des Öfteren sorgt auch ein eigenes Kind für ein positives Umdenken.
Manch einer holt etwas verspätet seinen Schulabschluss nach oder beginnt eine Lehre. Die Sozialarbeiter sind dann meist die einzigen, die den jungen Leuten auch einmal auf die Schulter klopfen und Zuspruch geben. Die Mobile Jugendarbeit möchte keine pauschale Verurteilung. Seit Jahren sitzen sie mit Vertretern des Ordnungsamts und der Straßenbahn an einem Tisch, um über die Situation zu sprechen. „Plauen kämpft nicht alleine auf weiter Flur“, so Anja Merkel, auch in vielen anderen Städten herrschen derartige Zustände. Nur blinder Aktionismus hilft keinem. Heute will sich der Direktkandidat der Linken für den Landtag, Wolfgang Hinz, mit den Jugendlichen im Lutherpark vor Ort unterhalten. C. Eckner
2009-08-21
Kommentar zu Die „Tunnelkids“ und „Pöbelpunks“ von Plauen?
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Kommentar von _Nobody am 24.08.2009; 23:19:41 Uhr
Kommentar zu Die „Tunnelkids“ und „Pöbelpunks“ von Plauen
Schön das es in der Innenstadt sauberer wird, Hunde an der Leine sind, doch dafür werden die Außenbereiche immer schlimmer. Zum Beispiel am unteren Bahnhof findet sich mittlerweile ein Hundehaufen am anderen. Angeleihnte Hunde sind hier Tag wie nacht kaum zu sehen.Hier müsste ebenfalls einiges gemacht werden. Und in der Innenstadt stören eigentlich die hier sogenannten "Tunnelkids" kaum.
Mehr nerven kostet es unbeschadet und ohne Vertrag in der Tasche von Tierschützern, Zeitungsaufdrehern und sonstigen angesprochen und regelrecht eingeengt zu werden. Hier sollte wohl eher was unternommen werden. Denn es gibt auch sehr viele freundliche und hilfsbereite die ihr Bier am Tunnel mit ihren Kumpels genießen!