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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Arbeitsbedingungen beim Bau der Neundorfer Straße
Plauen – Die Passanten sahen ihn fast nicht mehr, den Bauarbeiter, als er Mittwoch Vormittag auf der Neundorfer Straße in Höhe des Plauener Arbeitsamtes seinem Tagwerk nachging. In eine großen Staubwolke gehüllt, werkelte der Mann an kleinen Granitsteinen herum, mit einer Art Säge für die Gehwegelemente.
Gerade werden die Gehwegsteine nach und nach für die neue schöne Neundorfer Straße im oberen Abschnitt eingesetzt. Was auffiel, die Passanten gingen schnelleren Schrittes, um sich nicht im Staub schmutzig zu machen. Der Bauarbeiter wurde indes sehr schmutzig, kein Wasserstrahl dämmte den „Staubwuchs“ bei der Arbeit, keine Schutzmaske hemmte, damit er die kleinen Partikel nicht einatmete. Und weil manches Mosaiksteinchen nicht passend war, wurde es von ihm tapfer mittels „Steinschneider“ passend gemacht.
„Das sind nicht unsere Arbeiter“, sagte der Vorarbeiter der mit der Sanierung der Neundorfer Straße beauftragten Firma TS Jena auf den Hinweis, dass auf diese arbeitschutzfeindliche Art die Straße erneuert werde. Subunternehmen seien das, die müssten sich um ihre Leute kümmern, so der TS-Mann. „Ich werde denen das noch mal sagen“, fügte er an. Der Arbeiter stand indes weiter im Staub. Laut dröhnte weiter der Motor der Säge, ganz ohne Kühlwasser drang das Blatt durch den Stein. Und der Bauarbeiter werkelte weiter ohne Schutzmaske. „Wir haben alle keine“, sagte ein Kollege. Was soll man machen, sie müssten fertig werden.
Nachtrag: Das Arbeiten mit Steinschneider ohne Abschirmung von Staub vor Passanten und anliegende Gebäude und Anlagen fand während der ganzen Maßnahme entlang der Neundorfer Straße statt. Schon an der Alten Feuerwache wurde die Bauleitung von TS Jena auf den Missstand aufmerksam gemacht. Der Vorarbeiter versprach damals Veränderung... fb
2009-11-05
Kommentar von _Carsten Schmidt / Plauen am 09.11.2009; 08:17:53 Uhr
Kommentar zu Arbeitsbedingungen beim Bau der Neundorfer Straße
Das ist ja wieder mal typisch und zeigt das Menschenverachtende handeln jedes einzelnen von uns.Beispiele:
NKD -> wir alle laufen hin und kaufen T-Shirts und Hosen ab 0,99€ -> und im Nachhinein beschweren wir uns über Kinderarbeit
Lebensmitteldiscounter -> wir alle laufen hin wo es das Fleisch, Obst, etc. am billigsten gibt -> am Ende regen wir uns auf über Gammelfleisch und Pestizide
Dieses Handel zeugt von ziemlicher geistiger Beschränktheit, denn je billiger desto höher ist die Wahrscheinlichkeit das die erzeugten Waren deutsche Arbeitsplätze sichern.
Das selbe gilt für den armen Arbeiter auf der Neundorfer Straße. Er ist das Opfer der Plauener Entscheidungsträger die leider nach dem Grundsatz entscheiden (müssen) -> das billigste Angebot siegt.
Meiner Meinung nach sollte hier der objektive Journalismus einen neuen, aufklärenden Ansatz zeigen und die Menschen über ihr teils unbedachtes Handeln aufklären.
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Kommentar von _Rudi Clemens am 08.11.2009; 01:48:53 Uhr
Kommentar zu Arbeitsbedingungen beim Bau der Neundorfer Straße
Das ist am Bau so, das interessiert nicht wirklich jemanden. Staatliche Aufsicht und BG wird heruntergefahren, Vorschriften werden zu Empfehlungen und die Unternehmer fühlen sich nicht für die Subunternehmer verantwortlich. Mit jedem Sub sinkt der Arbeitsschutz.Diesbezüglich sind Bauarbeiter Menschen 2. Klasse. Wer in einem großen Werk die persönliche Schutzausrüstung nicht trägt, fliegt raus. Bei vielen Baufirmen müssen die Mitarbeiter die PSA noch selber bezahlen. Mehr unter www.gesunde-bauarbeit.de