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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Manroland: Zerschlagung wird wahrscheinlicher
Eine Zerschlagung des insolventen Druckmaschinenbauers Manroland wird immer wahrscheinlicher. "Das Unternehmen wird so, wie es derzeit aufgestellt ist, eher schwer einen Investor finden", sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider.
München/Plauen - "Getrennt lassen sich durchaus sinnvolle Allianzen und Konstellationen vorstellen", fügt er hinzu. Dabei dürfte vor allem der Verkauf von Teilen des Unternehmens an andere Firmen der Branche in Betracht kommen. Wie das für Plauen aussehen könnte, ist noch ungewiss.
Den Einstieg eines reinen Finanzinvestors hält Schneider hingegen für wenig wahrscheinlich. "Finanzinvestoren brauchen in der Regel Zeit, um Marktuntersuchungen zu machen und sich die Wettbewerber anzusehen. So viel Zeit haben wir aber nicht." Seit der Pleite des Konzerns vor zehn Tagen ringt Schneider um die Zukunft des Traditionsunternehmens, das neben dem Hauptsitz in Augsburg auch zwei große Standorte in Offenbach und Plauen betreibt.
Insgesamt hat Manroland rund 6500 Mitarbeiter. "Wir brauchen jemanden, der den Markt bereits kennt, in welcher Intensität und welchen Randbereichen auch immer", sagte Schneider. Die Branche hat insgesamt mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben Manroland sind in Deutschland auch die Branchenriesen Heidelberger Druck und Koenig & Bauer daheim. Namen möglicher Interessenten wollte Schneider allerdings nicht nennen.
In der vergangenen Woche hatte die Rettung von Manroland eine erste wichtige Hürde genommen. Ein Konsortium aus 15 Banken stellte dem Augsburger Unternehmen am Freitag einen Massekredit in Höhe von insgesamt 55 Millionen Euro zur Verfügung. Damit kann Manroland zunächst ganz normal weiterarbeiten und seine Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Lieferanten erfüllen. va
2011-12-06
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