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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Lichtblick bei Plauener Narva
"Wir sind mittendrin im Trennungsprozess", sagte Werksleiter Gerhard Liebscher zum Wechsel von Philips in die Eigentümerschaft der Bavaria Industriekapital AG München.
Von Marjon Thümmel
Plauen - "Unser Plan ist, bis Anfang März als neue Firma zu agieren", fügte Liebscher hinzu. Ausgeschrieben sei im Betrieb ein Mitarbeiterwettbewerb, der die Namenssuche unterstützen sollte. "Nur ist alles schwieriger als gedacht. Viele der gemachten Vorschläge gibt es auf dem Weltmarkt als Namen schon und da müssen wir uns danach richten", sagte der Plauener Werksleiter. Die Namenssuche sei nur ein kleines Beispiel des vielschichtigen Trennungsprozesses. "Es ist alles komplexer als ich es mir vorgestellt habe. Von der PC-Software angefangen bis zu den Bereichen merkt man, wie verzahnt der Plauener Standort mit dem Philips-Konzern ist. Der Prozess der Abkopplung wird mehrere Monate dauern. Derzeit läuft alles - ist aber noch nicht abgeschlossen", so Liebscher, der weiterhin optimistisch sei, dass das Werk mit dem eingeschlagenen Weg in eine gute Zukunft gehe.
Der Philips-Konzern hatte im Oktober vergangenen Jahres seine Mitarbeiter in Plauen über die Absicht informiert, das vogtländische Werk an die Bavaria zu verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine Grundsatzvereinbarung zum Übergang des Werkes in die neuen Eigentümerverhältnisse unterschrieben. Ein Kaufvertrag sollte bis Jahresende unterzeichnet sein. "Es wird noch ein wenig dauern", sagte Liebscher. Doch an dem Termin für die neue GmbH im ersten Quartal 2012 werde sich nichts ändern, hofft er. Über die Gesellschafteranteile will er sich nicht äußern. "Ich werde mich weiterhin für den Betrieb engagieren und ihn als Geschäftsführer weiter leiten", hatte Liebscher gesagt. Die Beschäftigungsverhältnisse der 320 Mitarbeiter gingen nach Aussage von Philips bereits auf den neuen Eigentümer über - inklusive der bestehenden Betriebsvereinbarungen.
Philips bleibe laut Liebscher auch künftig Hauptkunde für den Plauener Betrieb. "Über einen langjährigen Liefervertrag wird der Konzern weiterhin Autolampen von uns beziehen. Rund 80 Prozent der Auslastung unseres Werkes ist damit gesichert." Gleichzeitig will die Industrieholding Bavaria nach eigenem Bekunden die Aktivitäten des Betriebes ausbauen und Produkte auch an andere Kunden verkaufen.
Da sich Philips komplett aus der Fertigung von Speziallampen zurückziehe, biete sich für Plauen nach Aussage des Werksleiters eine Chance, neben den Autolampen ein festes Standbein mit der Produktion von Speziallampen, die bereits jetzt in kleinen Serien und in viel Handarbeit gefertigt werden, aufzubauen. In diesem Jahr werde auch eine neue Linie zur Herstellung von Halogenspeziallampen von Aachen nach Plauen kommen. Sie werde vorher noch einmal "aufgemöbelt".
"Die Produkte, die Auslieferqualität, die Werksausstattung sowie das bisher erlebte Engagement machen uns zuversichtlich, dass wir das Werk Plauen gemeinsam erfolgreich weiterentwickeln können", sagte Reimar Scholz von der Bavaria bei der Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung. Die Industrieholding hält Beteiligungen an 14 Firmen und macht 750 Millionen Euro Umsatz.
2012-01-10
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