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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Landesbürgschaft für Plamag in Aussicht
Die Bemühungen zur Rettung des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland dauern unvermindert an. Die sächsische Landesregierung stellte am Mittwoch umfangreiche Finanzhilfen für den Standort Plauen bei einem Neuanfang in Aussicht.
Dresden/Plauen - Das vorhandene Förderinstrumentarium stehe einem möglichen Investor "vollumfänglich zur Verfügung", sagte Wirtschafts-Staatssekretär Hartmut Fiedler in Dresden. Denkbar sei auch eine Landesbürgschaft, fügte er an. Voraussetzung sei allerdings der Verkauf an einen Investor und ein tragfähiges Geschäftsmodell, sagte Fiedler im Anschluss an ein Treffen mit einem Beauftragten des Insolvenzverwalters. Er sei zuversichtlich, dass der Standort Plauen mit derzeit rund 800 Beschäftigten fortbestehen werde. Angesichts der schwierigen Lage auch in der Branche müsse aber an allen Standorten mit einem Stellenabbau gerechnet werden.
Fiedler äußerte die Erwartung, dass es für alle Standorte eine faire Behandlung geben werde. Es müsse auch zwischen den Standorten einen Interessenausgleich geben. Sachsen will zudem die beiden Altgesellschafter bei einem Neustart mit in die Pflicht nehmen. Die von ihnen bislang zur Verfügung gestellten 24 Millionen Euro für die Transfergesellschaften könnten "im Zweifel noch nicht das letzte Wort sein", sagte Fiedler. Eine Möglichkeit ist nach seinen Worten, dass in der Startphase der Verlustausgleich mitfinanziert wird.
Bereits am Dienstag hatte es in Dresden ein Treffen zur Zukunft des Unternehmens gegeben. Daran nahmen außer Vertretern der Landesregierung auch Insolvenzverwalter Werner Schneider und der IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann teil. Nach seinen Angaben hat die Insolvenzverwaltung bei dem Treffen nochmals betont, dass eine Zerschlagung des Konzern und damit der Verkauf einzelner Sparten an unterschiedliche Investoren immer wahrscheinlicher werde. Konkrete Namen und Zahlen seien allerdings nicht genannt worden.
Fiedler sagte, es gebe ein Szenario, wonach die drei Manroland-Standorte Plauen, Offenbach und Augsburg an unterschiedliche Investoren verkauft würden. Es gebe aber auch andere Szenarien. Er sei sich sicher, dass der Insolvenzverwalter auch für Plauen das beste Angebot berücksichtigen werde. Plauen sei ein modernes Kompetenzzentrum für mechatronische Systeme, die zur Fertigung von Druckmaschinen nötig seien, es gebe dort allerdings keine Endprodukte. Manroland hatte im November Insolvenz angemeldet. Die Beschäftigten in Plauen kündigten für Freitag, den 13., eine Demonstration vor dem Wende-Denkmal an. Unter dem Motto "Kein schwarzer Freitag für Manroland" wollen sie für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze erneut auf die Straße gehen. va
2012-01-12
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