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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Horst Köhler wird Plauener Malzhaus besuchen
Am 7. Oktober besucht Bundespräsident Horst Köhler die Stadt Plauen und das Vogtland. Vor 20 Jahren gingen an diesem geschichtsträchtigen Datum in der Spitzenstadt Plauen die Massen auf die Straße, und mit dieser ersten friedlichen Massendemonstration überhaupt waren die Plauener Wegbereiter der Wende 1989.
Erst zwei Tage später fand der berühmte Montag in Leipzig statt. Horst Köhler kommt deshalb im Rahmen seiner Regionalreise durchs Vogtland am Mittwochvormittag, 7. Oktober, am Alten Rathaus in Plauen an. Dort schaut er sich den historischen Ratssaal an. Nachdem er sich ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hat, geht es Richtung Malzhaus. Auch dieser Ort ist sehr geschichtsträchtig, denn zu Zeiten der DDR begann das Malzhaus zu verfallen – ideologisch bedingt. Denn in den 70er Jahren bot eine Gruppe im „Club Malzhaus“ unkonventionelle Veranstaltungen an.
Staatlichen Einfluss lehnten die „Malzhäusler“ rundweg ab. Am Ende waren 45 Mitarbeiter der Stasi mit der Überwachung des Hauses beschäftigt. Kein Wunder also, dass es damals keine staatlichen Bemühungen zum Erhalt des Gebäudes gab. Im Gegenteil: 1982 wurde das Malzhaus wegen einer angeblichen Renovierung geschlossen – und zu DDR-Zeiten nicht mehr eröffnet. Gleich nach der Wende hatte eine Bürgerinitiative Erfolg mit ihrem Begehren, das Haus in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Innerhalb weniger Jahre wurde das alte Malzhaus von der Stadt aufwendig rekonstruiert. Jetzt ist es für viele kulturelle Veranstaltungen eine tolle Kulisse.
In der Galerie des Malzhauses begrüßt der Hausherr den Bundespräsidenten, dort folgt eine Podiumsdiskussion mit Akteuren der Friedlichen Revolution. Gäste dabei sind vor allem Jugendliche. Danach schließt sich das Mittagessen im Jugendzentrum Boxenstopp an.
Nachmittags geht es dann weiter ins Vogtland. In Markneukirchen wird das Staatsoberhaupt das Unternehmen Warwick besuchen, stellvertretend für die Vielfalt des über 300jährigen traditionsreichen Musikinstrumentenbaus im Vogtland. Horst Köhler kann sich bei einem Rundgang durch die Räume von Warwick die Produktion ansehen. Im Anschluss steht das „Grüne Band“ auf dem Plan. Dieser ehemalige Grenzstreifen ist heute ein in der Bundesrepublik einmaliges Biotopverbundsystem und gleichzeitig mit 42 Kilometern Länge das längste Naturschutzobjekt des Vogtlandkreises. (pl)
2009-09-22
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