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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Finanzminister spricht über Ursachen der Krise

Plauen – „Die Sparkasse hatte keine Lehmann-Papiere. Sie braucht auch keine Finanzspritze“, stellte Arthur Scholz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vogtland, zu Beginn einer Informationsveranstaltung am vergangenen Mittwochabend klar.

 

Die Kreditnachfrage stieg sogar im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 von 98 auf 105 Millionen Euro. Eine Kreditklemme herrsche im Vogtland nicht. Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte Scholz ein neues Sonderkreditprogramm in Höhe von zehn Millionen Euro zur Förderung des regionalen Tourismus und der regionalen Wirtschaft.


Prominenter Referent des Abends war der Sächsische Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland. Er wollte in kurzer und verständlicher Form den rund 150 Gästen im Sparkassensaal die Ursachen und Folgen der Finanzkrise erklären.
Bis 2007 umfasste das Volumen der Finanzderivate, also der viel gescholtenen besonderen Finanzprodukte, fast 600 Billionen US-Dollar. Diese riesige Summe befindet sich jenseits des Vorstellungsvermögens eines Normalbürgers. Neben den Derivaten existierten noch Wertpapiere, beispielsweise in Form von Aktien.


Im Jahr 2008 lief vor allem der Immobilienmarkt in den USA heiß. Die Kredite wurden ohne Kontrolle an jedermann vergeben, nur zurückzahlen konnte das Geld niemand. So ging Lehmann-Brothers in Konkurs. Zu dieser Zeit stand das weltweite Bankensystem laut Unland vor dem kompletten Kollaps. Großes Misstrauen beherrscht den Finanzmarkt. Weltweit spielen sich Katastrophen ab. Der sächsische Finanzminister ist der Meinung, dass es Deutschland da noch gut gehe, aber die internationale Finanzkrise sei noch nicht einmal zur Hälfte vorbei. Auch Gegenmaßnahmen des Freistaates Sachsen erläuterte Finanzminister Prof. Unland. So wurde beispielsweise im Haushalt für die Jahre 2009 und 2010 eine Investitionssumme von sieben Milliarden Euro für die sächsische Wirtschaft beschlossen.


Damit sollen Schulen, Kindertagesstätten, Universitäten, Straßen und vieles mehr saniert und Aufträge für das Handwerk geschaffen werden. Zusätzlich legte man in Sachsen ein Mittelstandsprogramm auf. Da durch die Finanzkrise viele Bürger ihr Geld von den Privatbanken zu den kommunalen Sparkassen schafften, mussten mehr Zinsen ausgeschüttet werden.
Doch durch das Misstrauen am Finanzmarkt, am Interbankenmarkt, konnte die Sparkasse nicht aktiv werden. Deshalb bürgte der Freistaat für die Sächsische Aufbaubank. Unland stellte aber gleichzeitig klar, dass all diese Maßnahmen am Ende der Steuerzahler bezahlt, denn bisher habe der Staat nur Schulden aufgenommen.  C. Eckner

 

2009-08-31




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