Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Aktuelle Umfrage: "Autofahrer sollten sich aller 15 Jahre einem Fahrtauglichkeits-Check unterziehen. Dies fordert Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD). Im Visier sind vor allem ältere Verkehrsteilnehmer. Würden Sie sich einer derartigen Untersuchung unterziehen?"



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Entscheidung fällt im Laufe des Sommers

Plauen/Bamberg – Seit 15 Jahren geht das nun schon so. Stets Mitte Juni schauen die Kämmerin der Stadt, der Theaterförderverein und die Initiative Kunstschule mit besonderer Erwartung auf die jeweiligen Kontoauszüge, um es mal etwas profan zu umschreiben. Dann nämlich geht eine bestimmte Summe aus der 1996 gegründeten Löwel-Stiftung ein.

Von Torsten Piontkowski

In jenem Jahr hatte sich der gebürtige Plauener Hans Löwel, der nach dem Krieg als Generalverteter für Plauener Spitze zu beachtlichem Wohlstand gelangt war, entschlossen, eine Stiftung zu gründen. Die Begünstigten erhalten jährlich einen bestimmten Prozentsatz der Zinsen auf das Gesamtkapital, das sich durch geschickte Anlageformen und dem Ableben der Witwe Edith Löwel noch beträchtlich vermehrte. 50 Prozent kommen verschiedenen wohltätigen Projekten der Universität Bamberg zugute. Weitere 25 Prozent erhält die Stadt Plauen, 12,5 Prozent der Theaterförderverein und ebenfalls 12,5 Prozent die Initiative Kunstschule. Insgesamt gebe es acht Institutionen, sagt Ulf Schmitt, Vorstandsvorsitzender der Löwel-Stiftung.


Auch Klaus Helbig, langjähriger Vereinsvorsitzender der Initiative Kunstschule, wartet auf eingangs erwähnten Scheck in Höhe von etwa 30 000 Euro. Eine Summe, die dem Verein regelmäßig das „Aufatmen“ ermögliche, wie es Helbig formuliert. Der Hauptteil fließe in die Miete für das Weisbachsche Haus mit seinen Hunderten Quadratmetern Werkstätten sowie in Projekte der Sommerakademie. Helbig nennt Weiterbildungsprojekte und Kurse in Malen, Zeichnen und Gestalten. Auch Ausstellungen werden durch den Zinsertrag ermöglicht, die mit unterschiedlichen Kosten zu Buche schlagen. Mit dem alljährlichen „warmem Regen“ könne man ganzjährig Bildungsangebote in den Bereichen Kunst und Design anbieten, ergänzt Helbig.


So weit, so nichts unbedingt Neues. Doch Ende dieses Jahres läuft die auf 15 Jahre befristete Löwel-Stiftung aus, zu diesem Zeitpunkt wird das Stiftungskapital an die Begünstigten ausgezahlt. Etwa 1,6 Millionen Euro hat die Stadt Plauen zu erwarten, die bereits avisierte, das Geld in einer Bürgerstiftung einzubringen.
Und auch der Theaterförderverein, der mit etwa 850 000 Euro rechnen darf, hat mittlerweile Nägel mit Köpfen gemacht und eine unbefristete „Hans-und-Edith-Löwel-Stiftung – Vogtlandtheater Plauen“ ins Auge gefasst, die Anfang nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen könnte. Vorab hatte der Stiftungsrat in Bamberg und Rechtsanwalt Ulf Schmitt Zustimmung signalisiert.


Mit ebenfalls 850 000 Euro kann auch die Initiative Kunstschule rechnen. Doch während die anderen beiden Begünstigten der Auszahlung bereits konkrete Pläne hinsichtlich der Verwendung der Summe haben, befindet sich die Kunstschule quasi noch in der Phase der Ideenfindung. Man könne sich vorstellen, mit dem Theaterförderverein zusammen zu gehen, sagt Helbig. Aber ein wenig scheint ihn auch die Befürchtung zu plagen, „sein“ Anteil werde der Bürgerstiftung der Stadt zugeschlagen. In diesem Falle formuliert er deutlich: „Dann wollen wir unseren Anteil.“ Bleibt dennoch die Frage wofür.

Welcher rechtlich-juristische Rahmen soll greifen? Finden die mit dem in Aussicht stehenden Geld geplanten Projekte die Zustimmung des Stiftungsrates, der einen wohltätigen Zweck vorschreibt? Würde die Initiative Kunstschule schlimmstenfalls leer ausgehen und welche Aussicht hätte dann das Paulushaus, in dem Löwel getauft wurde und das er als begünstigt nannte, sollten bei den bisherigen drei Einrichtungen Probleme auftreten? Entschieden sei noch nichts, sagt Schmitt kurz und knapp auf Anfrage. Dies passiere im Laufe des Sommers. Auch ob von der Initiative Kunstschule ein ausgereiftes Konzept vorliege, wollte der Vorsitzende nicht sagen.




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