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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Elektrifizierung der Bahnstrecke erreicht Plauen
Die Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale erreicht in vier Monaten Plauen. Drei Brücken werden abgerissen, zwei davon neu gebaut.
Von Marjon Thümmel
Plauen - Das größte Bauvorhaben ist sicherlich die Brücke an der Pausaer Straße, die ab Februar 2012 abgerissen wird. Sie muss für die Elektrifizierung der Bahnstrecke um 75 Zentimeter erhöht werden. Somit bleibt die Plauener Hauptverkehrsader bis Oktober nächsten Jahres voll gesperrt. Fast zeitgleich soll auch die Überführung in Jößnitz erneuert werden. Die vorhandene Gewölbebrücke aus Natursteinmauerwerk, welche aus einem großen Gewölbebogen über den Gleisen und mehreren seitlichen Spargewölben besteht, weist für die vorgesehene Elektrifizierung der Bahnstrecke eine zu geringe lichte Höhe auf. Derzeit wird der Straßenverkehr über diese Brücke geführt, für Passanten existiert nebenan eine Fußgängerbrücke über die Bahnanlagen. Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG wird die Straßenbrücke komplett abgebrochen, die Fußgängerbrücke wird für die Bauzeit als Fußgängerbehelfsbrücke in leicht veränderter Lage genutzt. Die Straße bleibt während des Bauens voll gesperrt.
Anstatt aus Steinen entsteht die neue, 5,70 Meter hohe, Brücke aus Stahlbeton. Über sie soll künftig auch der Fußgänger- und Radverkehr führen. Die alte Fußgängerbrücke wird nach Aussagen der Bahn zurückgebaut. Durch die Erhöhung der Brücke müsse die Straßengradiente auch in den Anschlussbereichen angehoben werden. "Dadurch sind Anpassungsarbeiten am Zugang zum Bahnsteig, eine Änderung des Zugangs zum Haus-Nummer 1 und die Errichtung einer zusätzlichen Stützwand am nordwestlichen Böschungsfuß erforderlich", sagte auf Anfrage Bahn-Sprecherin Änne Kliem. Das Planfeststellungsverfahren für das rund 1,5 Millionen Projekt sei noch nicht abgeschlossen. Gebaut werden soll die Brücke von März bis November 2012.
Gänzlich an den Kragen geht es der Schwarzen Brücke, über die die Straße Zum Essigsteig in Oberjößnitz führt. Die vorhandene Gewölbebrücke aus Natursteinmauerwerk, die aus einem großen Gewölbebogen über den Gleisen und mehreren seitlichen Spargewölben besteht, weist für die vorgesehene Elektrifizierung der Bahnstrecke ebenfalls eine zu geringe lichte Höhe auf. Aus diesem Grund wird die Brücke abgebrochen - und nicht wieder ersetzt. "Um die Zugänglichkeit und die Wegebeziehungen zur vorhandenen Bebauung weiterhin gewährleisten zu können, werden die vorhandenen Wege durch Anpassungen und Neubau von Straßenverkehrsanlagen aufgewertet. Dabei sind etwa 770 Meter Straße neu herzustellen. Bestehende Flurstückseinmündungen und Straßenentwässerungen müssen angepasst beziehungsweise neu hergestellt werden", heißt es von der Bahn AG. Derzeit werden die Ausschreibungsunterlagen erstellt. Das Planfeststellungsverfahren für den 500 000 Euro teuren Abriss ist noch nicht abgeschlossen. Es ist ja auch noch etwas Zeit. Geplant ist der Abbruch der Brücke nämlich erst zwischen März und November 2013.
Auf der Sachsen-Franken-Magistrale begann die Deutsche Bahn im Sommer 2010 mit der Elektrifizierung des Streckenabschnitts Reichenbach-Hof. "Die Bauarbeiten liegen im Plan. Bis Ende 2011 laufen die Elektrifizierungsarbeiten im ersten Projektabschnitt, in dem sich auch das Göltzschtalviadukt befindet", so Änne Kliem.
Insgesamt werden auf den 73 Kilometern zwischen Reichenbach und Hof rund 3000 Oberleitungsmasten gesetzt und 170 Kilometer Gleis mit Oberleitung überspannt. Hinzu kommt der Aufbau der Bahnstromversorgungs- und Einspeisungseinrichtungen in Hof und Plauen. Darüber hinaus sind erhebliche Anpassungen an die bestehende Infrastruktur notwendig. Neben dem Neubau werden an einigen Brücken auch Gleise um mehrere Zentimeter abgesenkt. Erforderlich seien Umbauarbeiten in einigen Bahnhofsbereichen und der Bau von Anlagen zur Bahnstromversorgung.
Die Deutsche Bahn will rund 120 Millionen Euro aus EU-, Bundes-, Landes- und Eigenmitteln investieren. Straßen- und Fußgängerbrücke in Jößnitz werden im kommenden Jahr abgerissen. Eine neue Bahn-Überführung entsteht.
2011-10-07
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