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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Drogen-Prozess: Zeugin ist unauffindbar
Plauen – Noch kein Urteil erging nach zwei Verhandlungstagen im Plauener Amtsgericht gegen den 23-jährigen Dachdecker Matthias (Namen geändert). Der in der Spitzenstadt wohnhafte junge Mann ist wegen mehrerer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.
So soll er in den Jahren 2007 und 2008 wiederholt Crystal und verschiedene andere Drogen mit Gewinn an andere Personen verkauft haben. Außerdem habe er über längere Zeit hinweg Rauschmittel in seiner Wohnung aufbewahrt, so der Vorwurf der Staatsanwältin.
Bei einer Durchsuchung fand die Polizei im September 2008 in der Garage von Matthias neben Crystal und Marihuana auch 34 Ampullen Testosteron sowie weitere Medikamente, die zu Dopingzwecken im Sport verwendet werden.
Die Drogen habe er zum Eigenbedarf erworben, zeigte sich der Beschuldigte zumindest teilweise geständig: „Ich konsumiere seit fünf Jahren selbst Crystal.“ Zum Verhandlungsauftakt vorm Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Wilhelm Gerhards fiel er in der letzten Woche durch gewisse nervöse Entzugserscheinungen auf. Während seiner Aussage konnte er seine Füße unterm Tisch kaum ruhig halten und nach Verhandlungsende hätte er seinen Emotionen mit seltsamen Äußerungen vorm Gerichtsgebäude freien Lauf gelassen.
Was Drogengeschäfte anging, so schloss Matthias diese prinzipiell nicht aus, konnte sich aber an keine Einzelheiten mehr erinnern, sagte er. Kategorisch wies er jedoch den Vorwurf zurück, im Helios Vogtland-Klinikum Plauen gewaltsam ein Fenster aufgedrückt und zwei Stempel entwendet zu haben. Der extra aus Frankreich angereiste 33-jährige Zeuge André bestätigte, den Angeklagten beim Drogenkonsum kennen gelernt zu haben. Darüber hinaus gab seine Aussage einen kleinen Einblick in das Leben von Suchtkranken: „Das sind ja in dem Sinne keine Freunde, die man da hat. Das ist alles so oberflächlich. Ich habe alles verkauft, was ich besaß, um an Drogen zu kommen.“ Eine weitere Zeugin verweigerte die Aussage. Nicht erschienen war dagegen eine andere Zeugin aus Rodewisch. Die junge Frau blieb dem Gericht völlig fern. Die beabsichtigte polizeiliche Vorführung zum Fortsetzungstermin am letzten Freitag hatte ebenfalls keinen Erfolg.
An beiden Verhandlungstagen saßen mehrere Personen als Zuschauer im Verhandlungssaal. Bei einigen von ihnen hatte man den Eindruck, dass sie recht genau darauf achteten, was sowohl der Angeklagte als auch verschiedene Zeugen zur Sache aussagten. Zum nächsten Termin am 28. Dezember sollen die bisher fehlende Zeugin und eine weitere Polizeibeamtin gehört werden.
Von Sven Gerbeth
2009-12-14
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