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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Comeback der Lochkarten im Vogtland

270711 LochkartenEin Stück Vergangenheit kehrt zurück. Das Deutsche Innovationzentrum für Stickerei Plauen lässt alte Lochkarten mit Spitzenmustern in Form von Verpackungen wieder aufleben.

Von Martin Reißmann

Plauen - Die Lochkarten erleben im Vogtland eine Renaissance. Aus den alten Spitzenmusterbögen für die Stickereimaschinen sind neue Accessoires entstanden. Das Deutsche Innovationszentrum für Stickerei in Plauen bereitet damit gerade eine Präsentation vor. Am 10. August 2011 soll diese unter dem Namen "Lochkarte 36" eröffnet werden.

Die Idee, die Musterrollen wiederzuverwerten, hatte Vereins-Geschäftsführerin Kathrin Floß. "Ich finde es schade, wenn die Lochkarten einfach entsorgt werden. Es ist ein Stück Geschichte und daraus kann auch eine Geschichte erzählt werden." Entwickelt hat sie aus dem Material kleine Schachteln und Tüten - die Verpackungen für eine moderne Spitzenkollektion sind, die den gleichen Namen wie die Schau trägt. Abgeleitet ist dieser vom Sitz des Vereins an der Bahnhofstraße 36.

Eines der ersten Teile der kleinen Serie ist ein kreatives Klackband für Frauen, gehüllt in verschiedenen farbigen Spitzenmustern. Weitere Accessoires wie Schals oder Tücher der regionalen Stickereien, werden in der Vorstellung der Kollektion zu sehen sein.

Die Lochkarten haben längst ausgedient in der Branche. Die ersten elektronischen Stickmaschinen kamen Ende der 1970er Jahre auf den Markt. Heute arbeiten die meisten digital und werden über einen Computer angesteuert. Um die Lochkarten und die darauf gespeicherten alten Muster für die Zukunft zu bewahren, werden diese manuell eingelesen und digitalisiert. Beate Schad vom Verein Vogtländische Textilgeschichte Plauen brachte dies ins Rollen. Seit zwei Jahren ist dafür im Auftrag des Innovationszentrums nun Erika Stephan verantwortlich. Bei ihrer Arbeit stößt sie auf Jahrzehnte alte Stickmuster, die lange in dunklen Räumen oder Kellern schlummerten.

Etwa zehn Minuten benötigt sie für das Erfassen des gesamten Lochcodes auf einer der 16 Zentimeter breiten Rollen. Das Stickmuster für eine gut 1,40 Meter große Spitzentischdecke kann allein auf bis zu 40 Lochkarten verteilt sein. Und nicht jede Karte lässt sich problemlos einlesen. Meldet der Scanner einen Fehler, muss Stephan die Löcher auf der Schablone mit einer so genannten Repetiermaschine teilweise nachstechen. Die Lochkarten stammen unter anderem von Stickereifirmen der Region und aus einem großen Fundus der Schaustickerei Plauen. Nicht mehr alle Lochkarten können gesichert werden, viele seien bereits ohne eine Sicherung entsorgt worden, heißt es.

2011-07-26




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