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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Acht Gedenktafeln in Plauen für acht Wende-Ereignisse

Plauen – Damit die Plauener Wege der friedlichen Revolution nicht in Vergessenheit geraten, weisen nun mehrere Hinweisschilder in der Stadt auf die Ereignisse in den Jahren 1989 und 1990 hin. An acht verschiedenen authentischen Punkten sind in letzter Zeit Gedenktafeln angebracht worden.

Auf jedem Schild wird beschrieben, welche Bedeutung der Ort, oder das Gebäude in der friedlichen Revolution damals hatte und was dort geschehen war. Das Projekt hat 2005 das Martin-Luther-King-Zentrum Werdau angestoßen, hier wurden auch die ersten Tafeln angebracht. Unterstützt wird die Aktion von der Bundesstiftung Aufarbeitung. Die Anbringung der Schilder in Plauen wird zudem von der Stadtverwaltung gefördert.

Einmalige Ereignisse in der DDR

Die Initiatoren legen Wert darauf, dass nur an bedeuteten Stationen Tafeln angebracht werden, wo es DDR-erstmalige und DDR-einmalige Ereignisse gab. Zudem soll verdeutlicht werden, dass sich die friedliche Revolution nicht nur in den großen Metropolen vollzogen hatte. Neben Werdau und Plauen gibt es auch Gedenkschilder in Crimmitschau und Zwickau. Die erste Tafel in Plauen ist symbolisch am 7. Oktober von Ministerpräsident Stanislaw Tillich und dem früheren Superintendent Thomas Küttler enthüllt worden. Sie erinnert an die erste große friedliche Demonstration auf DDR-Boden.

An welche Punkte in Plauen eine Gedenktafel angebracht wurde, ist zuvor in einer Arbeitsgruppe beraten und vom Kulturausschuss verabschiedet worden, sagte Friedrich Reichel, Direktor des Plauener Kulturbetriebs. Er ist maßgeblich an der Umsetzung des Projektes beteiligt. Die Gedenktafeln erinnern unter anderem an die Gruppe der 20, den regelmäßigen Demonstrationszug durch die Stadt, an die erste Großkundgebung auf dem Postplatz, an die aufgegriffenen Gefangenen nach der ersten Massenkundgebung im Plauener Gefängnis und an die Wahlbeobachter zur Kommunalwahl im Mai 1989.

Bestehendes System erweitert

Die acht Gedenktafeln über die friedliche Revolution erweitern auch das bereits bestehende Schilder-System in Plauen. An 15 verschiedenen Punkten im Stadtgebiet gibt es schon Informationstafeln, sie weisen unter anderem auf Gebäude und die Stadtgeschichte hin und gehen teilweise auch auf die Ereignisse im Herbst 89 in Plauen ein. In den kommenden Jahren soll das System, welches vor allem für Touristen von Bedeutung ist, mit neuen Schildern an weiteren Stationen erweitert werden, so Reichel. mar

 

Die acht Tafeln:

1. Neues Rathaus
2. Markuskirche
3. Oberer Bahnhof
4. Kaufhaus Postplatz (zukünftiges Landratsamt) 
5. JVA (ehemals)
6. Lutherhaus
7. St. Johanniskirche
8. IHK Plauen

 

2009-10-25




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