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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Voltavis GmbH: Statt Oelsnitz nun Coburg?
Plauen/Oelsnitz/Coburg – Die Voltavis GmbH Solar Systems, Plauen, plant in Coburg eine Fabrik zur Produktion von Solarmodulen anzusiedeln. Auch Forschung, Entwicklung und Vertrieb sollen in der oberfränkischen Stadt konzentriert und mehr als 200 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Bei dieser Nachricht werden sich die Oelsnitzer Stadtoberen vermutlich die Augen reiben. Denn ein gleiches Versprechen machte die Schweizer Solarfirma Voltavis AG mit ihren beiden Plauener Tochterunternehmen auch der Sperkenstadt – vor gut zwei Jahren. Während Oelsnitz in seinem Gewerbegebiet „Neue Welt“ zwölf Hektar für die Voltavis und ihre versprochene 50 Millionen Euro-Investition reserviert hat, sagte der Freistaat Sachsen bereits im August 2007 eine 50-prozentige Förderung der neuen Fabrik für Dünnschicht-Solarmodule zu. Baubeginn sollte Anfang 2009 sein. Doch mittlerweile hing das Finanzierungskonzept in der Schwebe, weil das von Voltavis eingeplante Fremdkapital in Höhe von rund 21 Millionen Euro wegen der weltweiten Finanzkrise nach eigener Aussage nicht mehr zur Verfügung stand.
Die Ansiedlungspläne für Coburg seien laut Friedrich Herdan, Präsident der IHK Coburg, der sich gegenüber der Neuen Presse äußerte, ein „ernsthaftes Projekt, das von einem seriösen Unternehmen betrieben werde“. Das Vorankommen der Pläne für eine Solarmodul-Fabrik in Coburg scheiterte demnach bislang an der Zurückhaltung des bayrischen Wirtschaftsministeriums, Förder- und Bürgschaftszusagen zu geben. Minister Martin Zeil (FDP) würde blocken, weil Voltavis-Geschäftsführer Dr. Holger Küfner beim geplanten Börsengang des Unternehmens Fehler begangen habe. Im Klartext: Die Bayrische Landesbank sei wissentlich oder unwissentlich gelinkt worden. Doch nach Druck eines CDU-Bundestagsabgeordneten nehme sich das bayrische Wirtschaftsministerium nun der Solarfabrik in Coburg an.
Von Bayern würde Voltavis 45 Prozent Fördermittel erhalten. Interessant ist auch, dass der wichtigste Berater der Voltavis AG in Steinhausen (Schweiz) ein gebürtiger Coburger ist, der noch dazu mit dem dortigen IHK-Präsidenten gut befreundet ist. Und auch einer der Weltmarktführer bei Solarsystemen und damit ein potenzieller Voltavis-Partner hat sein Unternehmen nahe Coburg.
Nach Informationen der Neuen Presse sei bereits ein Bankenkonsortium unter der Führung der Sparkasse Coburg-Lichtenfels als Finanzier gefunden. Bei all diesen Voraussetzungen, die Coburg aufbietet, bleibt für Oelsnitz wenig Zuversicht auf die Riesen-Investition. W. B., M. T.
2009-10-25
Kommentar zu Voltavis GmbH: Statt Oelsnitz nun Coburg? ?
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