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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Tusch für Vollblutmusiker
Eubabrunn – 80 Jahre wird er heute, der Adler Martin. Das ist so, ob er will, oder nicht. Und zwei Herzen schlagen dabei in der Brust des Naturburschen, der mit seiner Stimme und als „Frontmann“ der „Vier guten Kameraden“ noch immer zu Sommerfesten, Familienfeiern und sonstigen Gelegenheiten die Herzen der Menschen erfreut. Für Stimmung sorgt er mit Akkordeon, Gesang und „mit Sprüchen“, wie er lachend gesteht.
Der „Golde-Martin“ ist ein Original, einer, der gute Laune verbreitet, weil er selbst die Fröhlichkeit tief im Herzen sitzen hat. „Den zum Streiten zu bringe, des schafft mer net“, lacht Jutta Adler, die am Ostermontag die Lammkeule zubereite, damit pünktlich 12 Uhr wie alle Tage das Essen auf den Tisch kommt.
Derweil hat der Martin die Pferde angespannt. Geht über den kleinen Acker neben dem Wohnhaus in der Wernitzgrüner Straße 8 im beschaulichen Eubabrunn, füttert die Pferde, stampft Heu ein und mag dabei am liebsten gar nicht an das große „Tam, Tam“ des 14. April denken, das heute auf ihn zukommt.
„Wenn aber gar nix gemacht wird, isses auch nich recht“, weiß Ehefrau Jutta. Denn Aufmerksamkeit und Beifall ist ein Lebenselixier, das den Adler Martin auch mit 80 noch voller Lebenslust auf der Bühne agieren lässt. „Wenn wir Kameraden die Instrumente aus den Händen legen, isses bald aus mit uns“, scherzt der noch 79-jährige nicht ohne Ernst.
Der gelernte Verwaltungsangestellte, der seinerzeit bei den berühmten Thomanern eine Freistelle ergattert hatte und dennoch Landwirt wurde, nimmt das Leben, wie es kommt. Als der Vater damals schwer erkrankte, übernahm er ohne zu murren die väterliche Landwirtschaft. Heute führt diese Sohn Tilo weiter. Acht Schwere Warmblüter stehen im Stall und auf den Weiden ringsum. Kutschfahrten und Reitstunden reichen aber nicht, um den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. „Ich greife meinen Sohn unter die Arme, so gut ich noch kann“, sagt der Martin und klopft der Warmblutstute Freya beruhigend den Hals, während Jagdhund Juma in der warmen Frühlingssonne döst.
Pünktlich, wie alle Tage, wird der Golde-Martin (der Familienname von Martin Adlers Mutter war Golde) viertel vor sieben den Kaffee für die Familie aufsetzen. Dann wird Jutta versuchen, ihren Mann „festzubinden“, wie sie lachend erzählt, damit er die Anrufe und Gratulationen persönlich entgegen nehmen kann. „Ich such ihn sonst immer im Stall, auf dem Feld oder sonst wo . . .“
Gefeiert wird dann im Gasthaus „Zum grünen Tal“ in Eubabrunn ab 18 Uhr. Sohn Tilo, Tochter Petra, die Enkel Diana, Jan und Anne kommen zum Gratulieren und viele, viele Gäste mehr.
Musik liefern die „Guten Kameraden“ und der Adler Martin, der „Frontmann“, mischt natürlich selbst mit, ist dann ganz in seinem Element. „So war’s auch zu unserer Goldenen Hochzeit. Da saß die „goldene Braut“, den ganzen Abend allein da“, meint verschmitzt Jutta Adler. Aber das sieht sie ihrem Martin nach. Denn gerade die Liebe zum volkstümlichen Gesang ist es doch auch, die ihren Martin zum „guten Kameraden“ an ihrer Seite werden ließ.
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