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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Talsperren-Baustelle im grünen Bereich

Oelsnitz – Entwarnung gab Eberhard Jüngel, Betriebsleiter des Bereichs Zwickauer Mulde/Obere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung, beim Ortstermin am Montag an der Talsperre Pirk. Um das Treffen hatte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius gebeten, weil im Stadtrat Kritik am Zustand der Baustelle geäußert worden war. Exakt 17 Uhr – das letzte Fahrzeug der Firma Scharnagl verließ die Vorsperre – begann bei schönstem Frühlingswetter eine Art Führung.
Wie sich die Stadträte beim Gang entlang des Ufers zur Aussichtswarte des Basteifelsens überzeugen konnten, erwiesen sich die Vorwürfe als haltlos. Komplett müssen in der Vorsperre 430 000 Kubikmeter angeschwemmte Sedimente aufgehaldet werden. Es sind Ablagerungen aus Schlamm und Kies, welche die Weiße Elster in 70 Jahren eingetragen hat. Zum ersten Mal seit Einweihung der Talsperre erfolgt die Säuberungsaktion. Der größte Teil der Massen ist zusammengezogen – wir berichteten. Rund 100 000 Kubikmeter sind noch zu beräumen. Bei der aktuellen Leistung von 3000 Kubikmeter pro Tag seien dafür weitere 30 bis 40 Arbeitstage notwendig. Ultimo ist Ende Mai. Nicht angetastet wurde der Lehmboden der Flussaue. „Den brauchen wir, damit die Badewanne dicht ist“, meinte Jüngel bildlich.
Seit Ende März werden die Sedimente auf die neu entstehende Talsperrenlandschaft aufgetragen. Eine Aufhaldung mit Inselcharakter entsteht im vorderen Bereich im Anschluss an das Fischzuchtbecken nahe am Uferweg. Optimistisch äußerte sich Jüngel, dass sie in wenigen Jahren zum Bild dazugehören und sich jeder damit wohlfühlen werde. Ursprünglicher Stauraum geht zwar verloren, die Vorsperre könne ihrer Vorreinigungsfunktion dennoch genügen, wie Berechnungen von Fachleuten ergeben hätten. Er kenne keine andere Talsperre in Deutschland, in der Sedimente auf diese Weise beräumt werden, betonte er.
Für die Maßnahme gibt die Landestalsperrenverwaltung drei Millionen Euro aus. Eine Verbringung der Sedimente in den Steinbruch Lauterbach wäre mit 15 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Der Blick vom Basteifelsen fällt auf eine breite Baustraße, welche den Stauraum quert. Sie wird als Grundschwelle ausgebaut, die bei Normalstau unter Wasser liegt. Sie soll die Zuführung von Sedimenten durch die Weiße Elster in die Hauptsperre künftig einschränken. Wie eine Blase fügt sich in südöstlicher Richtung die noch zu errichtende Vogelschutzinsel an die Grundschwelle an. Hier gab es eine geringfügige Planungsänderung, erklärte Projektverantwortlicher Sven Beyer von der LTV anhand des Lageplans. Die Vogelschutzinsel ist eine vom Straßenbauamt bezahlte Ausgleichsmaßnahme für die Umgehungsstraße.
Genutzt wurde die Zeit, in der das Talsperrenwasser stark abgesenkt ist, um die Wasserseite der Hauptsperrmauer zu sanieren – wir berichteten. Das Bauwerk ist noch immer eingerüstet. Auf die sogenannte Wasserwechselzone wird Spritzbeton aufgetragen. Hier seien durch die Winterunbilden acht Wochen Bauverzug eingetreten, informierte Jüngel. „Die Sommersaison bei völlig gefüllter Talsperre werden wir nicht ganz schaffen“, kündigte er an. Mit dem Baubetrieb – hier ist die Dr. Waldenburger GmbH am Werk – sei der Ablaufplan besprochen. Ende Juni soll der Wiedereinstau beginnen.
Unterm Strich seien die Arbeiten gut gelaufen. Geschafft wurde ein- bis eineinhalbschichtig, von 7 bis 17 Uhr, informierte Jüngel auf Anfrage. „Was die Bauunternehmen geleistet haben, muss man honorieren“, betonte er. Unter 100 Baustellen stehe keine so im Fokus der Öffentlichkeit wie die Talsperre Pirk. Eine so große Beräumung habe er noch nicht erlebt. Das sei mit Akkuratesse erfolgt. Die Äußerungen im Stadtrat seien bitter aufgestoßen.
Ortschaftsrat Bernd Blau hatte einen Vortrag von Jüngel im Stadtrat vergangenes Jahr so verstanden, dass die Sedimente abgefahren werden. Offenbar habe es sich um ein Missverständnis gehandelt, resümierte der Betriebsleiter in der Runde auf dem Basteifelsen. „Wir sind froh, dass die Maßnahme durchgeführt worden ist“, so OB Möbius. „Sehr ordentlich gemacht“, lobte Stadtrat Dr. Jürgen Schlick.  Renate Wöllner




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