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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Schlange spielt in Oelsnitz „toter Mann“
Oelsnitz – „Hilfe, die nimmt ja gar kein Ende“ staunte Andreas Händel vor einigen Tagen, als sich aus seinem Komposthaufen ein lebendiger „Gartenschlauch“ schlängelte. Gut 1,50 Meter lang war das Tier. Ungewöhnlich für eine weibliche Ringelnatter.
Dass es sich um diese ungefährliche Art von Schlange handelt, war dem Bewohner des Gartenidylls an der Walkermühle 3 in Oelsnitz sofort klar. . „Die weißgelben Halbmonde im Nacken, die rotbraune bis olivgrüne Färbung und die dunklen Flecken hinter den Halbmonden - eindeutig eine Ringelnatter“, sprudelt es aus dem kernigen Naturburschen heraus. Klar hat er Foto-Beweise dabei. Die Kamera liegt selbst bei den Gartenarbeiten griffbereit. Schließlich lebt der Oelsnitzer naturnah auf seinem etliche Hektar großen Grund.
Fledermäuse, Nashornkäfer, die nestflüchtenden jungen Blaumeisen beobachtet und fotografiert der Hobbygärtner, der alljährlich auch durch seinen „grünen Daumen“ auf sich aufmerksam macht. Riesige Kürbisse, seltene Blumen und exotische Pflanzen entlockt der Oelsnitzer Mutter Natur. „Der Garten ernährt mich“, ist der arbeitslose Gartenfreund stolz. Gefürchtet hat sich Andreas Händel nicht vor dem meterlangen Reptil.
Das Schuppenkriechtier von der Familie der Natter sei völlig harmlos. Doch auch die im Oelsnitzer Garten ab und an vorbeischlängelnden Kreuzottern lässt der Naturfreund unbeschadet leben. Für ihn ist es völlig unverständlich, dass Menschen aus Angst, die Natter könnte gefährlich sein, Schlangen erschlagen. Dabei hat gerade die Ringelnatter enorme Scheu vor Feinden. Bei der kleinsten Bewegung sucht sie das Weite. Gelingt es nicht, spielt das Schuppenkriechtier einfach „toter Mann“ oder besser, „tote Schlange“. Sie verdreht dabei den Körper komisch und lässt zudem auch noch die Zunge heraushängen. Will man sie allerdings greifen, sondert sie eine übelriechende Flüssigkeit ab. Fühlt sie sich bedroht, zischt sie laut, hebt dabei bedrohlich den Kopf und täuscht so einen Angriff vor. „Ringelnattern beißen aber nicht“, beruhigt Andreas Händel und bittet im Namen aller harmlosen Nattern um etwas mehr Nachsicht.
Jetzt freut sich der Naturfreund auf Ringelnatter-Babies. „Im Komposthaufen hat die Natter Eier abgelegt. Die Nattern schlüpfen dann im Herbst. Die überwintern in meinem Komposthaufen“, ist der Oelsnitzer überzeugt. Die Natter hat er heuer zum ersten Mal zu Gast. Bemerkt hat er das, weil der „Schneckeneimer“ plötzlich ständig leer war. „Ach am Erdbeerbeet hatte ich diesmal kaum Schnecken. Das war meine Freundin, die Ringelnatter.“
Gelungen sind Andreas Händel auch einige tolle Schlangenfotos. „Da hatte sie sich gerade gehäutet und war langsamer unterwegs.“
Übrigens verspeisen Nattern ihre Beute immer von hinten. Das macht vor allem bei Fröschen Sinn. Wenn die sich aufblasen, kann dann die Luft nach vorn aus dem Froschmaul raus. Die Schlange hat viele natürliche Feinde. Wenn der Mensch nicht dazu gehört, wäre das nicht toll? Wer also demnächst einem Reptil mit gelb-weißen Halbmonden begegnet – bitte keinen Schlangen-Alarm. Ringelnattern sind harmlos und beißen wirklich nicht! Marlies Dähn
2009-07-17
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