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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Sanierung der Grundschule Oelsnitz läuft
Oelsnitz – Die großen Sommerferien gehen zur Neige. Eine neue Generation von ABC-Schützen steht vor der Tür. Mit Hochdruck wird die Oelsnitzer Grundschule am Karl-Marx-Platz saniert.
Wird das Bauende rechtzeitig zum Schulbeginn erreicht? Die Komplettsanierung der Schule ist in fünf Bauabschnitte gegliedert. In den Ausführungsjahren sind Gesamtkosten von 878 800 Euro kalkuliert. Die Mittel kommen aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Im ersten Bauabschnitt 2006/07 wurden das Flachdach und die Decke zwischen Ober- und Dachgeschoss erneuert sowie der Hausschwamm ausgemerzt. Dafür investierte die Stadt Oelsnitz 228 800 Euro.
In diesen Tagen sind die Vorderfront und die beiden Seiten des Gebäudes eingerüstet. Hinter dem grünen Bauvorhang wird die Fassade instandgesetzt. Maßnahmen zur Mauerwerkstrockenlegung und die Restaurierung des alten Wappensteins sollen „kostenabhängig“ in das laufende Bauverfahren integriert werden, hieß es kürzlich bei einem Pressegespräch mit OB Eva-Maria Möbius. Die Arbeiten, für die insgesamt 150 000 Euro veranschlagt sind, wurden von der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung in Plauen geplant und von der Steinmetz Ballmann GmbH aus Oelsnitz ausgeführt. Für Maurer- und Putzarbeiten ist die Firma Liebender vor Ort. Die drei Fassaden wurden mit Heißwasser abgewaschen und gereinigt. Hartnäckige Schmutzbeläge erfuhren eine chemische Nachbehandlung.
Eingehüllt in Staubwolken gehen die Leute ihrer Arbeit nach. Der Elbsandstein der reich gegliederten Fassaden ist stark verwittert, erklärt Seniorchef Walther Ballmann. Offensichtlich musste beim Bau des Gebäudes, das am 15. Juni 1890 als Oelsnitzer Postamt in Betrieb genommen wurde, gespart werden, die Qualität des Steins sei nicht die beste. Steinmetzmeister Jörg Keller zeigt an der Ecke Schulstraße stark schadhafte Sandsteinquader, die in einer ganzen Reihe ausgebaut und erneuert werden müssen. Auf dem Gerüst darüber schleift Dirk Ludwig das Profil der neuen Balkongrundplatte. Sein Kollege schließt Fugen im Mauerwerk. Früher konnten die beiden reichverzierten Balkone an der Vorderfassade betreten werden. Doch später wurden die Türöffnungen zu Fenstern zurückgebaut. Diese nun wieder als Türen zu öffnen, sei aus Kostengründen nicht geplant, gibt Ballmann Auskunft. Doch werden die Balkongitter durch die Oelsnitzer Firma Zoephel erneuert.
Der große Wappenstein am Giebelpunkt ist so stark verwittert, dass kaum noch Konturen erkennbar sind. In Stein gehauen war hier der Reichsadler vermutlich in Verbindung mit einem Posthorn. Ballmann suchte bisher vergeblich nach einer originalgetreuen Abbildung. Für eine Restaurierung, die zur Zeit noch offen ist, müssten etwa 20 000 Euro angesetzt werden. Auch ein anderes Element erinnert an die Zeit als Postamt – ein an zwei Seiten umlaufender Fries mit den Motiven Hörner, Briefe und Ranken sowie einem geflügelten Kopf – der gängigen Darstellung von Merkur, dem Götterboten. Dabei handelt es sich um eine hochwertige Malerei hat Ballmann festgestellt. Der Baugrund hat noch eine längere Geschichte. Vor dem Postamt stand hier die Bürgerschule am damaligen Gerichtsplatz, die in eineinhalbjähriger Bauzeit von 1844 bis 1845 errichtet wurde. Sie nahm die Schüler von Knaben- und Mädchenschule in einem der heutigen Kubatur ähnlichen Gebäude auf, das nur 42 Jahre seinem Zweck diente und bereits1889 vor dem Bau des Postamts abgetragen wurde.
Ursprünglich war das Ende der laufenden Sanierungsarbeiten zum 8. August geplant, so Ballmann. Doch dieser Termin lasse sich nicht halten, obwohl werktäglich von 7 bis 18 Uhr auf der Baustelle gearbeitet werde und zum Teil sogar samstags. Doch soll nun erreicht werden, dass zum Beginn des neuen Schuljahrs am 10. August wenigstens das Baugerüst an der Seite mit dem Eingang fällt. Die restlichen Arbeiten werden noch etwa vier Wochen in Anspruch nehmen, schätzt Ballmann ein. Text/Bild: Renate Wöllner
2009-07-31
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