Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...
Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Zehn Jahre Tauchverein Oelsnitz
Oelsnitz - Abtauchen mit dem TVO, dem Tauchverein Oelsnitz? Der Verein blickt jetzt auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurück.
Auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit blickt der Tauchverein Oelsnitz (TVO) zurück, der am 2. Dezember 2000 gegründet wurde. Das soll am Samstag in der Gaststätte „Zur Pforte“, ab 19.30 Uhr, gefeiert werden. „Wir wollten einen eigenständigen Oelsnitzer Verein aufbauen. Wir waren der Meinung, was in großen Städten möglich ist, können wir auch“, erzählen Vorsitzender Thomas Wendler und Sprecher Bernd Philipp, den die Leser unserer Zeitung als Verfasser zahlreicher Tauchreisen-Berichte kennen. Zum vierköpfigen Vorstand gehören noch der 2. Vorsitzende, Uwe Hartl, und Schatzmeister Peter Schmidt.
Aus den 28 Gründungspionieren ist inzwischen ein Stamm von 42 Mitgliedern geworden, die aus Oelsnitz und Umgebung bis hin nach Reuth kommen, vom Kind bis zum 62-Jährigen. Der Nachwuchs wird von vier Übungsleitern gefördert. Tauchen können Kinder zum ersten Mal mit zehn Jahren bis in eine Tiefe von drei Metern. Der Druck auf Ohren und Lunge wäre sonst zu hoch. Für die allgemeine Fitness sorgt die Breitensportausbildung im Verein. Im heimischen Gefilde tauchen die Oelsnitzer nur in der Pöhl oder in einem Steinbruch bei Feilitzsch. Kommende Saison wollen die Sportler in der Pirk nachschauen, ob sich der Untergrund nach der Entschlämmung wieder gesetzt hat. Reviere im Inland sind auch die Lausitz und die Seen bei Leipzig. Von guten Taten für die Umwelt berichten Wendler und Philipp. Aus so manchem Gewässer fischten die Taucher einen ausgedienten Kühlschrank oder alte Autoreifen wie zum Beispiel aus der Pöhl. Im Elstergarten, dem Oelsnitzer Freibad, haben sie rostige Nägel aus dem Schwimmbecken geholt.
Regelmäßig suchen Gruppen von bis zu 15 Leuten die Strände am Mittelmeer auf, dem klassischen Tauchgebiet für Europäer. Hier sind immer noch interessante Spots zu finden – trotz erheblicher Überfischung. Auch Begegnungen mit Großfischen sind noch möglich. Beliebt beim TVO sind Kroatien, Malta, das Rote Meer. Eher die Ausnahme für einige Mitglieder aufgrund der hohen Kosten, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, bilden Tauchreisen nach Brasilien und Indonesien.
Mitveranstalter war der Verein Ende Juni 2002 bei der Deutschen Meisterschaft im Langstreckenflossenschwimmen auf der Talsperre Pöhl zusammen mit dem TC Nemo. Mit den Plauenern pflegt der TVO auch die Tradition des jährlichen Vereinsschießens. Im Winter, wenn die Flossen am Haken hängen, wird ein Wanderpokal „ausgeschossen“. Schon legendär ist die Saisoneröffnung nach Ostern. Mit Neopren-Anzug und Schlauchboot geht es die stark wasserführende Weiße Elster mit viel Hallo flussabwärts, ein nasses Vergnügen, das mit Bier und Grillparty endet. Daneben kennt das Vereinsleben viele gesellig-kulturelle Treffen beim Besuch von Schloss Voigtsberg, dem Alaunbergwerk, im Bowling-Center oder zu einer Fahrradtour.
In den zehn Jahren Vereinsarbeit haben sich Wendler, Hartl und Philipp zu Tauchlehrern mit zwei Sternen qualifiziert. Sie dürfen nun ihrerseits Tauchlehrer ausbilden. Ein ehemaliges Mitglied ist in die Dominikanische Republik ausgewandert und betreibt dort eine eigene Tauchbasis.
Ist Tauchen ein gefährlicher Sport? „Rein statistisch gesehen, ist Fußballspielen gefährlicher. Taucher werden gut ausgebildet und mindestens aller zwei Jahre ärztlich untersucht“, erklärt Wendler. Aber man müsse sich an die Regeln halten. Themen wie Retten und Bergen, Verhalten in Stress-Situationen werden in der Weiterbildung besprochen. Da kann die Frage schon mal lauten: „Was macht man, wenn die Lampen ausfallen und die Sicht bei Null ist?“ Besonders gründlich vorbereitet wird ein Wracktauchgang mit seinen Risiken. Kenntnisse und Fertigkeiten werden vermittelt, um im Notfall – beispielsweise beim Hängenbleiben an Gegenständen oder Seilen – nicht in Panik zu geraten. „Gründe für gefährliche Situationen sind Selbstüberschätzung und technische Defekte, die meist vom Taucher selbst verschuldet werden“, meint Philipp. Zu dramatischen Zwischenfällen kam es beim TVO zum Glück nicht. Die gemeinsame zehnjährige Geschichte bot Gelegenheit für viele schöne Momente. Drei Hochzeiten gehen auf das Kennenlernen im Verein zurück. Ein Paar hat sich auf Tauchstation in Kroatien gefunden und sich unter Wasser verlobt. R.W.
2010-12-03
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