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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Wie geht es weiter mit Schreiber & Keilwerth?

Markneukirchen – Hat der insolvente Markneukirchner Musikinstrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth eine Zukunft ? „Das entscheidet sich Ende Juli /Anfang August“, sagt Sebastian Brunner, Sprecher des Insolvenzverwalter Tobias Hoefer aus Mannheim.

 

„Die Produktion kann in der Insolvenz nicht auf Dauer aufrechterhalten werden – auch die Kunden und Lieferanten wollen schließlich Klarheit“, so Brunner auf Anfrage. Derzeit laufen nach Angaben Brunners mehrere Gespräche mit Interessenten aus der Branche, in der Hoffnung, „dass bald ein annahmefähiges Angebot“ vorliegen wird. Finanzinvestoren haben sich indessen nach Angaben von Brunner nach anfänglichen Gesprächen zurückgezogen.


Neben einer schwierigen Marktsituation machten es „Altlasten in Form unvorteilhafter Verträge mit Schwesterfirmen“ schwierig, Interessenten zu finden. Liege bis zum „Stichtag“ kein konkretes Angebot vor, müsse neu entschieden werden, ob ein Weiterverhandeln noch Sinn machen würde.


Seit Monatsbeginn wurden in der Produktion in Markneukirchen weitere 25 Beschäftigte freigestellt – 70 waren es bereits im Mai gewesen. Im Firmensitz in Bad Nauheim wurden fünf Beschäftigte nach Hause geschickt. Zum 1. August geht Brunner nach eigenen Angaben noch von 130 Beschäftigten in Markneukirchen aus. In den vergangenen Wochen habe man sich bemüht, kostendeckend zu arbeiten – nur solche Aufträge wurden auch angenommen, um somit Anreize für einen potenziellen Investor zu schaffen. Schreiber & Keilwerth hatte im März Insolvenz angemeldet, nachdem eine isländische Bank als bisheriger Finanzier keine Gelder mehr zur Verfügung stellte.  M. W.

 

2010-07-29




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