Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Neustart in der Neuen Welt

Taltitz1Oelsnitz – Einsam ist es bisher um die Firma Richter GmbH&Co.KG Nutzfahrzeuge-Trailerservice im Industriegebiet Taltitz/Neue Welt. Weithin sichtbar wächst das bisher einzige Anwesen mit Bürogebäude und Produktionshalle im Gewerbeteil des neuen Wirtschaftsareals. Am Montag haben Richters Richtfest gefeiert.

 

Ende Juni plant das Oelsnitzer Familienunternehmen den Abschluss der Bauarbeiten. Dann soll einen Monat lang eingerichtet werden. „So schnell wie möglich, denn es geht ums Geld“, sagt Steve Richter, der für Öffentlichkeitsarbeit und Kundenfinanzierung zuständig ist, während sein Vater Andreas Richter und Bruder Roy sich um die Geschäftsführung kümmern.


„Wir sind zuständig für fahrzeuggezogene Einheiten. Alles, was hinter dem Lkw gezogen wird, kann der Kunde bei uns kaufen, es mieten oder reparieren lassen“, erklärt Steve Richter den Unternehmenszweck, der seit 1992 verfolgt wird. Aufbauten von Trailern erfolgen nach kundenspezifischen Wünschen. Die GmbH&Co.KG ist Vertragshändler des belgischen Nutzfahrzeugherstellers Stas.


Den Gedanken, ein eigenes Gebäude zu errichten, fasste man 2006, erzählt Richter. Doch dann musste erst mal ein geeignetes Grundstück gefunden werden. „Wir sind dankbar, dass die Stadt Oelsnitz die Initiative für ein neues Gewerbegebiet ergriffen hat“, sagt der junge Geschäftsmann. Mit dem Umzug von der Talsperrenstraße in das neue Firmengebäude wird die Belegschaft aufgestockt auf etwa zehn bis 15 Mitarbeiter. Generalunternehmer für das Bauprojekt in der Neuen Welt – so heißt der kleine Ortsteil kurz vor Taltitz – war Goldbeckbau aus Treuen. „Alle Arbeiten liegen im Zeitplan und verliefen zu unserer vollsten Zufriedenheit“, schätzt Richter ein. „Trotz des starken Schneefalls auf dem freien Feld wurde weiter gearbeitet“, hebt er hervor.


Werbewirksam ist die Lage der Firma Richter. Den direkten Blick, den Kunden von der Autobahn schon aus zwei Kilometer Entfernung haben, weiß Richter sehr zu schätzen. In unmittelbarer Nachbarschaft ist die neue Rettungswache des DRK geplant. Ein Bauantrag dafür liegt aber noch nicht vor, ist im Stadtbauamt zu erfahren.
Im konjunkturschwachen Jahr 2009 will die Stadt Oelsnitz durch bauliche Investitionen die Wirtschaft unterstützen. Als wichtigste Maßnahme nennt sie im Haushaltsplan die weitere Erschließung des Industriegebiets Talitz-Neue Welt im Umfang von 2,64 Millionen Euro. Für den Eigenmittelanteil nahm die Stadt ein Darlehen auf. Zu Jahresbeginn lagen noch keine weiteren Verträge mit Investoren vor. Eine maximale Auslastung ist jedoch die Voraussetzung, um die verausgabten Mittel wieder einzuspielen.

 

 Der Haushalt 2009 enthält lediglich Einnahmen aus Erschließungsbeiträgen für die 2008 abgeschlossenen zwei Verträge in Höhe von 96 000 Euro. Das ursprüngliche Großprojekt der Firma Voltavis, welches die Initiativzündung gab für die Erschließung des Gebiets, kam bisher nicht zustande, stattdessen der Investor wegen seiner umstrittenen Aktiengeschäfte in die Schlagzeilen – Vogtland-Anzeiger berichtete. OB Eva-Maria Möbius will die geplante Investition trotz aller Zweifel nicht abschreiben. Bis Ende des Jahres besteht noch die Fördermittelzusage des Landes Sachsen für Voltavis. Die Stadt Oelsnitz geht davon aus, dass bis 2012 ein Großteil der Flächen in der Neuen Welt „vermarktet“ ist.  R. Wöllner




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