Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...

Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Traum von der Pilgerherberge

Schneidenbach -  Pilgern auf dem sächsischen Jakobsweg wollen die Schneidenbacher Herbergseltern Ina und Andreas Bögel künftig eine Unterkunft bieten.

 

Ihr Ziel ist es, einen extra Raum neben ihrer Herberge auszubauen und dort Übernachtungsmöglichkeiten für etwa sechs Pilgerer zu schaffen. Später soll noch eine Pilger-Küche dazu kommen, in der die Gäste sich selbst eine kleine Mahlzeit oder ein heißes Getränk bereiten können. „Reich wird man davon nicht“, stellt Andreas Bögel gleich klar. Doch das haben die Bögels mit ihrer „Pilgerherberge“ auch gar nicht im Sinn. Sie erhoffen sich eher Profit im geistigen Sinne. Sie wollen Menschen kennen lernen und interessante Geschichten hören. Dabei handeln sie nach dem christlichen Grundsatz: „Ein Fremder ist nur ein Freund, den du noch nicht kennst.“


Gegen eine Spende gibt es bei den Bögels eine einfache Unterkunft, ein Fußbad, einen Pilgerstempel und ein gutes Wort auf dem weiteren Weg. Der Raum wird mit einem Ofen ausgestattet sein, so dass Pilger durchaus auch in der kalten Jahreszeit empfangen werden können. Schon heute sind die Wirtsleute gespannt, wer auf dem sächsischen Jakobsweg zwischen Bautzen und Hof an ihrer Herberge vorbei kommen wird und vor allem zu welcher Jahreszeit und wie viele Menschen zu Fuß, auf dem Fahrrad oder gar auf einem Pferd kommen werden.
Bis jetzt existiert die Bögelsche Pilgerherberge jedoch nur in der Vorstellung der Eheleute. Seit gut fünf Jahren betreiben sie ihre Herberge im Göltzschtal und haben sich damit einen Lebenstraum erfüllt.

 

Zu ihren Gästen zählen sie vor allem Grundschulklassen, aber auch Sportvereine und Wandergruppen. Außerdem hat sich die idyllisch im Wald gelegene Herberge mittlerweile zum beliebten Treffpunkt für Familienfeierlichkeiten mit günstiger Übernachtungsmöglichkeit entwickelt. Und als die sächsische Jacobsgesellschaft im Herbst vergangenen Jahres Mitstreiter und Unterkunftsmöglichkeiten entlang der Strecke suchte, da vermittelte der Reichenbacher Oberbürgermeister den Kontakt zur Bögelschen Herberge. Daneben finden Pilgerer beispielsweise auch Unterkunft im Reichenbacher Pfarrhaus Peter-Paul und bei „Kirche unterwegs“ in Jocketa.

 

Ein Verzeichnis der Übernachtungsmöglichkeiten wird zur Zeit gerade erstellt. Mittlerweile wurden entlang der Route die typischen Muschelschilder angebracht und gemeinsam mit der Stadt Reichenbach hat man sich auf den 9. Juli geeinigt, an dem das vogtländische Teilstück des Jakobsweges offiziell eingeweiht werden soll. An diesem Tag findet in der Peter-Paul-Kirche eine Andacht statt, ehe sich Kirchgemeinden, Stadt, Vertreter der Jacobsgesellschaft und potenzielle Pilger bei Bögels im Göltzschtal zum gemeinsamen Mahl treffen. va

 

2011-05-02




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