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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Straßenamt pflanzt Bäume – und holt sie wieder ab
Lottengrün – Zu weit ausgedehnt hatte sich eine Ausgleichspflanzung an der S 315 in Lottengrün. Im Dreieck zwischen der Ortsdurchfahrt nach Kottengrün und der abzweigenden Kreisstraße nach Tirpersdorf hat das Straßenbauamt Plauen Bäume pflanzen lassen. Doch auf einem Streifen von rund 700 Quadratmetern drang die Pflanzung zu weit in das Pachtfeld der Aproha hinein. Das Straßenbauamt hat die Bäume inzwischen ausgraben lassen.
Das rief Matthias Scholze von der Eigentümerfamilie auf den Plan. Er kritisierte die Verschwendung von Steuergeldern bei einem Ortstermin mit der Landesdirektion Chemnitz, die von Ute Stange, der kommissarischen Amtsleiterin Recht vertreten war und von Mitarbeitern des Straßenbauamt und der Bauleitung begleitet wurde. Er habe beobachtet, wie die Stämme auf einen Lkw geworfen und abtransportiert wurden. Für den enteigneten Streifen Ackerland habe es beim Bau der Ortsdurchfahrt nur eine niedrige Entschädigung gegeben, „für so etwas aber ist Geld da“, erklärte Scholze nach der nicht öffentlichen Zusammenkunft gegenüber dem Vogtland-Anzeiger.
„Bei der Vermessung ist etwas schief gelaufen, dadurch sind leider zu viel Bäume gepflanzt worden“, bedauert Frank Petzoldt, Leiter des Straßenbauamts Plauen, auf Anfrage. Die Bäume seien aber nicht vernichtet, sondern im Bereich der Staatsstraße in Juchhöh umgepflanzt worden. „Kein einziger Baum ist über den Jordan gegangen“, versichert er. Den finanziellen Schaden durch die aufgewendeten Leistungen beziffert er auf unter 1000 Euro. Nun stehe aber noch die Entschädigung für die Aproha an, welche die zu viel bepflanzte Fläche landwirtschaftlich nicht nutzen konnte. „Dazu laufen noch Verhandlungen“, erklärte Petzoldt. Matthias Scholze vermisst bei dem großen Feld, das sich bis über die Höhe in Richtung Tirpersdorf erstreckt, eine weitere Zufahrt. Seiner Meinung hätte sie beim Bau der Ortsdurchfahrt angelegt werden müssen, weil ein Trecker die steile Böschung nicht überwinden kann. Petzoldt beruft sich auf die Planfeststellung. „Hier war vorher keine Zufahrt, deshalb haben wir keine erhalten.“ Scholze müsse einen Antrag stellen auf Grundstückszufahrt. „Das wird dann geprüft.“
Für die rund 40 Meter des neu geschaffenen Abzweigs der Kreisstraße nach Tirpersdorf läuft jetzt ein weiteres Enteignungsverfahren zugunsten des Landkreises. Eigentümer Scholze erhält pro Quadratmeter eine Entschädigung in Höhe des Bodenrichtwertes, sagt Petzoldt. Die Öffentliche Hand habe keinen Verhandlungsspielraum wie bei privaten Geschäften. Bisher geflossene Summen für die Grundstücksenteignungen beim Bau des Fußweges und der Staatsstraße nach Kottengrün hat die Familie nicht angenommen. „Das Geld liegt auf einem Verwahrkonto“, sagt Matthias Scholze. Die Nebenerwerbslandwirte hatten sich erfolglos gegen die Flächen-Enteignungen gewehrt. „Ein Interessenskonflikt“, erklärt Petzoldt. Bei der Abwägung habe das öffentliche Interesse überwogen. R.W.
2010-05-13
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