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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Stille Lebensretter in Oelsnitz geehrt
Oelsnitz – „Blut ist ein ganz besondrer Saft“, heißt es im berühmtesten Pakt der Literatur. Den Spendern von Blut galt die Aufmerksamkeit im Oelsnitzer Rathaus. Mit der Ehrennadel des DRK ausgezeichnet und mit Geschenken des Landkreises bedacht wurden Frauen und Männer aus den DRK-Kreisverbänden Klingenthal und Oelsnitz, die 50mal beziehungsweise 75-mal Blut gespendet hatten.
Wer 75-mal gespendet hat, wird dieses Jahr vom DRK außerdem noch auf einen Tagesausflug eingeladen, als symbolischer Dank für die stillen Lebensretter. Freiwillig und unentgeltlich ist die Blutspende in Deutschland. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius, die Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Oelsnitz, würdigte das hohe ehrenamtliche Engagement der Spender. Insgesamt sei die Bereitschaft dazu in der Bevölkerung gering ausgeprägt. Nur 2,5 Prozent der Bundesbürger nehmen an der Blutspende teil. Eine Ausnahme bilde der überwältigende Einsatz der Vogtländer in den vergangenen Wochen bei der Knochenmark-Typisierung für die 14-jährige Frauke Degenkolb. 2650 Blutspenden verzeichnet das DRK 2009 im KV Oelsnitz – ein Rückgang von vier Prozent bei 160 Neuspendern; in Klingenthal blieb das Aufkommen mit 2376 Spenden gleich, es gab 106 Neuspender.
Blut ist trotz aller Erfolge der Wissenschaft auch heute nicht ersetzbar und nicht künstlich herzustellen, darauf wies Dr. Uwe Drechsel hin, der Dezernent des Landkreises für Gesundheit und Soziales. Warum gibt es kein Geld für die Spende? „Blut darf nicht zur Ware werden, es ist eine Hilfe auf Gegenseitigkeit“, sagte Drechsel. Deshalb stelle das DRK den Krankenhäusern auch nur die Kosten für Gewinnung und Aufbereitung des roten Saftes in Rechnung – ohne die Absicht, Gewinn zu erzielen.
Viermal im Jahr können Frauen zur Spende gehen, sechsmal Männer. Hinter der Zahl von 50 oder 75 Spenden steckt jahrelanger Einsatz. Beim Eignungs-Alter gibt es nach oben inzwischen keine feste Grenze mehr, entscheidend ist der Gesundheitszustand. Spender haben den Vorteil, dass ihr Blut regelmäßig untersucht wird und sie eine Rückmeldung über ihren Cholesterinwert erhalten. Die Ehrung am Mittwoch umrahmten Schüler und Schülerinnen der Musikschule Oelsnitz unter Leitung von Ulrike Persing. Mit Sekt und Büffet wurde gefeiert. R.W.
2010-05-21
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