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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Schreiber & Keilwerth sind trotz Insolvenz zuversichtlich
Markneukirchen – Die Lage ist ernst – aber nicht aussichtslos: Der Insolvenzverwalter zeigt sich zuversichtlich, dass der Blasinstrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth Musikinstrumente GmbH bestehen bleibt, der in Markneukirchen 260 Leute beschäftigt und am Sitz der Firmenzentrale im hessischen Nauheim weitere 40. Das geht aus einer Pressemitteilung der Firma hervor. „Produktion und Vermarktung gehen in vollem Umfang weiter“, teilen Firmenleitung und Insolvenzverwalter mit – man sehe gute Chancen.
Für Kunden ändere sich im Kern nichts, jede Bestellung werde abgearbeitet und helfe, das Unternehmen zu erhalten, sagt Insolvenzverwalter Tobias Hoefer, den das Amtsgericht Darmstadt eingesetzt hat. Hoefer sei vor Ort, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und Weichen für eine Fortführung zu stellen. Der Mitteilung zufolge gilt Hoefer als Sanierungsexperte; er kommt von der Mannheimer Kanzlei Hack Hoefer, die bundesweit an acht Standorten über 90 Mitarbeiter und Rechtsanwälte beschäftigt.
Der Instrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth, der in Markneukirchen jährlich rund 50 000 Instrumente produziert, hatte am Freitag Insolvenz angemeldet – nach Firmenangaben wegen der weltweiten Krise und deren Auswirkungen auf die Finanzierungsmöglichkeiten des Unternehmens. Laut Geschäftsführer Dr. Armin Eckert erfolgte die Finanzierung bisher über ein Kreditinstitut, das sich als „Bad Bank“ (englisch: „schlechte Bank“) herausgestellt habe. Einer Bank also, die das eigene Risiko minimiere. Die Bank habe „zunehmend unsere Liquidität eingeschränkt, wodurch am Ende ein sinnvolles Weiterarbeiten im Unternehmen nicht mehr gegeben war. Die branchenüblichen, saisonal schwächeren Umsätze in den Monaten Januar und Februar haben weiterhin dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen aktuell in einem Liquiditätsengpass befindet“, sagt der Geschäftsführer.
Nun gehe es um einen Neuanfang. Das Traditionsunternehmen mit über 80-jähriger Erfahrung im Bau von Blasinstrumenten strebt eine Sanierung über ein Insolvenzverfahren an. Geschäftsführer Eckert gibt sich von einer Fortführungsmöglichkeit des Unternehmens fest überzeugt: „Wir haben eine moderne Instrumentenproduktion, starke Marken und ein hoch motiviertes Team, das an das Unternehmen glaubt. Das deutsche Insolvenzrecht fördert und unterstützt Sanierungen in hohem Maße, so dass jede Krise auch eine Chance und ein Neustart sein kann.“
Auch bei Messen und Branchenevents zeige Schreiber & Keilwerth weiter Flagge. Auf der kommenden Musikmesse in Frankfurt werde sich das Unternehmen mit einem attraktiven Angebot auf über 120 Quadratmetern präsentieren – auch mit neuen Produkten: „Unser Messe-Highlight ist ein neues Sopransaxophon, das wir in Zusammenarbeit mit der Saxophonlegende David Liebman entwickelt haben.“ va
2010-03-20
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