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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Schnuppern im Verborgenen auf Schloss Voigtsberg
Oelsnitz – Alle zwei Jahre öffnen sich bundesweit die Archive als Stätten von Kultur und Wissenschaft. „Dem Verborgenen auf der Spur“ heißt das Motto am Samstag, 6. März, dem Tag der Archive, den jede Einrichtung individuell gestalten kann.
Im Vogtland beteiligen sich das Kreisarchiv auf Schloss Voigtsberg und das Plauener Stadtarchiv in Absprache mit dem Thema „Bergbaugeschichte“, berichtete Kreisarchivarin Sigrun Unger bei einem Pressegespräch. Im Verborgenen lagern die meiste Zeit die Archivschätze und spielt sich der Bergbau ab. Die Plauener widmen sich dem Thema innerhalb des Stadtgebiets, in Voigtsberg haben die Mitarbeiter zum Bergbau im Vogtlandkreis in den eigenen Regalen recherchiert, um möglichst allen Quellen auf die Spur zu kommen. Das Ergebnis, darunter interessante Karten, wird am Samstag in der Ausstellung „Vogtländischer Bergbau im Spiegel der Archivquellen“ vorgestellt, die um 10 Uhr eröffnet wird.
Bereits 9 Uhr spricht Dr. Joachim Ottiger aus Auerbach zur Bergbaugeschichte. Den Schwerpunkt bildet die Zeit vom Mittelalter bis 1900. Betrachtet werden unter anderem die Gebiete um Oelsnitz, Plauen, Reichenbach, Gottesberg und der Schneckenstein. Das 20. Jahrhundert wird unter anderem mit dem Kupferabbau in Klingenthal und Kraslitz sowie dem Flussspatwerk in Schönbrunn vorgestellt.
„Bergbau war Landesangelegenheit“, erzählt Sigrun Unger. Ein Großteil der Akten sind deshalb im Bergbauarchiv Freiberg zu finden. „Was lagern dort für Schätze über das Vogtland?“, wollte die Kreisarchivarin erfahren. Doch für Samstag konnte von dort kein Mitarbeiter zum Vortrag gewonnen werden, weil die Freiberger Einrichtung ebenfalls den Tag der Archive öffentlichkeitswirksam gestaltet. Nun will sich Frau Unger bemühen, diesen Vortrag noch für die Zeit der Ausstellung im Kreisarchiv, die bis zum 17. September gezeigt wird, zu organisieren.
Die kreislichen Bergbaudokumente beginnen mit dem 18. Jahrhundert. Gefunden haben die Mitarbeiter zum Beispiel Zeugnisse über den Anfang der AG Historischer Bergbau, die 1986 mit Rainer Ott als Vorsitzendem im Kulturbund ihre Arbeit aufnahm. In großer Vielfalt liegen Aufsätze über den Bergbau als Bestandteil der Heimatgeschichtsforschung vor – verstreut in zahlreichen Publikationen. Sigrun Unger bedauert das Fehlen einer zusammenhängenden Darstellung zum Bergbau im Vogtland. Einschließlich neuester Erkenntnisse wäre das ein lohnendes Thema für die Forschungsarbeit eines Studenten, meint die Kreisarchivarin.
Zum Archiveinsturz in Köln 2009 steuern Evelyn Schmitz, Evelyn Gsik und Jens Gahrig am Samstag, jeweils 10.30 und 13.30 Uhr eigene Erfahrungen bei der Rettung von Archivgut bei. Den Tag der Archive auf Schloss Voigtsberg runden Führungen durch das Kreisarchiv 11 und 14 Uhr ab. va
2010-03-03
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