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Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Eine Riesengeige für Markneukirchen
Markneukirchen – Die Musikstadt Markneukirchen steht in aller Welt seit Jahrhunderten für Musikinstrumente aus Meisterhand. Sie prägen den Ruf der Stadt über die Grenzen des Vogtlandes hinaus. Jetz haben sich die Instrumentenbaumeister etwas ganz besonderes einfallen lassen.
Zum 650-jährigen Stadtjubiläum soll eine originalgetreu nachgebaute, aber mit 4,16 m Gesamthöhe überdimensional große Geige hergestellt werden. Sie entsteht im Maßstab 1:7 zu einer herkömmlichen 4/4-Geige und wird damit mehr als doppelt so groß sein wie ein Kontrabass. Doch die Markneukirchener und Erlbacher Hersteller lassen es nicht auf einer rekordverdächtigen Größe des Instrumentes beruhen, sondern haben sich als Meister ihres Faches vorgenommen, nur Originalmaterialien wie Fichte, Ahorn und Ebenholz zu verwenden und dabei ein spielfähiges Instrument zu schaffen.
Die Idee zu dieser „Riesen-Geige“ entstand 2009 durch Geigenbaumeister Ekkard Seidl, der schnell weitere Mitstreiter gewinnen konnte. Seit Januar 2010 sind nun die Arbeiten in vollem Gange und es entstanden bereits Decke und Boden des künftigen Giganten. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, soll die Geige innerhalb des Umzugs zur 650-Jahr-Feier Markneukirchens am 6. Juni erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die hiesigen Geigenbaumeister können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Deren Innung wurde bereits 1677 gegründet. Gerade sie sind es, die häufig nach klassischen Vorbildern arbeiten und als sehr traditionsbewusst gelten. Umso beachtlicher ist es deshalb, dass etwa ein Dutzend obervogtländischer Handwerksmeister, in diesem Fall etwas völlig Neues bauen wollen – etwas, für das es weder Vorlagen oder Schablonen gibt. Für das niemand von ihnen alle Arbeitsgänge im Voraus genau kennt, für das bei jedem Schritt Material und Werkzeuge erst ausprobiert werden müssen. Carola Schlegel
2010-03-10
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