Hub-Blog "Ansichtssache" jeden Samstag neu...
Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.
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Qualm im Magwitzer Feuerwehrgerätehaus
Magwitz - Rauchschwaden drangen am Samstag aus dem Magwitzer Feuerwehrgerätehaus. Doch die Ursache konnte höchstens ein Freudenfeuer sein.
Das Tor öffnete sich – und zunächst rollte ein rotes Spielzeugauto heraus. Gelächter ringsum. Die Kameraden machten es spannend – bis unter der „Fanfare fort the Common Man“ das neue Löschfahrzeug aus dem Hause Ziegler zum ersten Mal ausfuhr. Am Steuer saß Wehrleiter Olaf Jasinski, dem Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius den symbolischen Riesenschlüssel in die Hand drückte.
Rund 150 000 Euro hatte das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) gekostet. Vor genau einem Jahr hatte der Oelsnitzer Stadtrat die Anschaffung beschlossen, weil sich – nach mehreren vergeblichen Anläufen – durch das Konjunkturpaket II eine günstige Förderung ergab. Auf die Stadt entfiel ein Eigenmittelanteil von 30 000 Euro. Das freudige Ereignis wurde gebührend von den Rednern in der Magwitzer Festhalle gefeiert. Es regnete Geschenke, „Putzmittel“ und Löschwasser in der Farbe Blond. OB Möbius übergab ein Schlauchboot, das sehr fragil wirkte. Zahlreiche Nachbarwehren machten den Magwitzern ihre Aufwartung. Gleichen Tags jährte sich die Partnerschaft mit der FFw Döberlitz zum 20. Mal.
Am 5. Juli hatten die Kameraden das „TSF“ aus Mühlau vom Hersteller abgeholt, berichtete Jasinski. Doch schon fünf Tage vorher hatte sich der alte Wagen, ein „LO-Robur“, aus dem Dienst verabschiedet, er musste abgeschleppt werden. Der Oldtimer wird dem IFA-Club übergeben. Der neue Wagen, der laut Hans-Peter Kahlert von der Firma Ziegler genau 7490 Kilogramm wiegt, ist mit Digitalfunk, Atemschutztechnik, einem kompletten Rettungssatz, Xenon-Scheinwerfern und zusätzlichen Optionen ausgestattet – sowie auf ausdrücklichen Wunsch – mit einer Tragkraftspritze Fox 3 der Firma Rosenbauer, sagte Jasinski.
Ein großer Vorteil ist die Ausrüstung mit einem Wassertank. Damit könne die Wehr an der Einsatzstelle sofort handeln, hob Jens Jacob hervor, der Chef der Oelsnitzer Feuerwehren. Die Magwitzer legen sich mächtig ins Zeug und halten einen straffen Dienstplan ein, lobte er. Fünf Kameraden qualifizierten sich an der Atemschutztechnik. Drei Kameraden entwickelten „mit großem Sachverstand klare Vorstellungen“ von der Ausrüstung des neuen Löschfahrzeugs. Stellvertretender Kreisbrandmeister Ludwig Otto sieht im 17. Juli 2010 „einen denkwürdigen Tag“, welcher die „Schlagkraft“ der Magwitzer Feuerwehr erhöht.
Alle Gratulanten wünschten Truppe und Fahrzeug möglichst wenig Grund zum Ausrücken. Einer der größeren Einsätze aus jüngster Zeit war der Brand im Altgelände der Halbmond-Werke im November 2006. Fragen der neugierigen Gäste löste das Wappen am neuen Löschauto aus. Das schwarze Tier mit den großen Pranken, das die feuerrote Zunge bleckt – was ist das? „Ein Marder“, meinte einer der Kameraden. Dem widersprach Ortschronist Dieter Höfer. Es handelt sich um den Panther aus dem Siegelring, den Heinrich von Magwitz trug. Der Herr residierte im ausgehenden Mittelalter auf der nahen Burg Stein – heute eine malerische Ruine an der Talsperre Pirk. R.W.
2010-07-19
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