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Herausgeber Wilfried Hub Handikap

Die Zeit ist schnelllebig. Viel zu schnelllebig. Leider. Die Top-Themen, die noch vor einigen Wochen tagelang die Zeitungsspalten füllten und die Nachrichten beherrschten, werden ganz schnell zum Ladenhüter, zu Themen, von denen die Öffentlichkeit kaum mehr Notiz nimmt. Dabei stellt sich die allgemeine Teilnahmslosigkeit oft genau dann ein, wenn das öffentliche Interesse besonders wichtig wäre. Die Rede ist vom Plauener Traditionsbetrieb Plamag. Anfang der Woche zog sich der nächste Kaufinteressent zurück. Die Zukunft des einstigen Manroland-Werkes ist damit wieder völlig offen. Doch es gab keinen Aufschrei in der Bevölkerung, keine Demonstrationen in der Plauener Innenstadt, keine Statements der Politiker – das Thema zieht nicht mehr.

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Präwema Markneukirchen prägt Stadttaler

Markneukirchen – Die Stadt Markneukirchen ist zwar nicht groß, führt aber schon sehr lang ihr Stadtrecht: Vor 649 Jahren wurde es der Kommune verliehen. Folglich darf nächstes Jahr ein stolzes Jubiläum im vogtländischen Musikwinkel gefeiert werden.


Das dazu natürlich eine edle Medaille geprägt werden muss, versteht sich beinahe von selbst. Werden doch an der Adresse „Bienengarten Nummer Vier“ schon seit ewigen Zeiten Medaillen, Orden und Abzeichen gestanzt, geprägt sowie edle Gravuren gezeichnet. Zu Honeckers Ära – purzelte in der „Präwema“ der Glitzer millionenfach aus den Stanz- und Pressmaschinen. Schließlich war die DDR ein Volk mit vielen Abzeichenträgern und da es schon sonst an Edelsachen nichts weiter gab, falsches Edelmetall war jedenfalls zuhauf vorhanden.


Doch mit dem gesellschaftlichen Umbruch lernten auch die Präwema-Mitarbeiter die Kehrseite einer Medaille kennen.
Zum 650. Jahr der Verleihung des Stadtrechtes soll es nun aber eine Münze mit zwei guten Seiten geben. Geplant ist ein Münzdurchmesser von dreißig Millimetern. Auf der Vorderseite soll eine Stadtansicht und auf dem Rücken die Jubelzahl eingeprägt werden. Doch ein finaler Entwurf fehlt derzeit noch. Denn noch tüfteln Präwema Chefin Gaby Federlin und ihre Mitstreiter am Outfit.


„Die Stadt gab uns die Medaille in Auftrag“, erzählt uns die Firmeninhaberin aus Idar Oberstein. Einfach sei die Erledigung der Aufgabe aber für sie nicht. Schließlich soll das Projekt im Angesicht einer momentan leeren Stadtkasse nicht all zu teuer werden. Fehlen den Markneukirchener Stadtvätern bis dato 30. Juni 2009 immerhin 410 000 Euro an Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Nicht ausgeschlossen, das die halbe Million Euro Grenze im Laufe des Jahres aufgrund der weltweit jüngsten wirtschaftliche Talfahrt auch noch erreicht wird. Aus besagten Kostenzwang ging die Oberprägerin schon öfters hinaus in die Natur, um ein schönes Bild von Markneukirchen vor Augen zu haben. Doch egal an welchen Standort sie sich dazu befand – kein Platz bot eine ausreichende Sicht, vor allem auf das Stadtzentrum mit Rathaus, Amtsgericht und Marktplatz in Einheit.


So wird wohl schließlich aller Voraussicht nach eine Luftbildaufnahme die Grundlage für die Prägung sein. Denn vorhandene Motive, wie das von 1984, einer Münze zum 625. Stadtrechtsjahr, sind der Firmenchefin zu altmodisch. Die 650er soll später an einer alten historischen Spindelpresse produziert werden. „Die Maschine stammt noch aus dem Zwanzigern“, weiß Frau Federlin. Viel Zeit für die Entwicklung der Medaille bleibt ihr aber nicht mehr. Denn laut Bürgermeister Jacob sollen die ersten Münzen noch vor Weihnachten geprägt sein. „Sind sie doch ein ideales Weihnachtsgeschenk“, meint der Stadtoberste. Geplant ist zudem, das Ehrengäste diese Stadtmedaille in Silber zum nächsten Tag des Vogtländers erhalten. Der findet am 10. Juni 2010 in der Stadt der Musikinstrumente im Rahmen ihrer 650. Stadtfeier – oder umgekehrt – statt.


Wie ernst die Kommune ihre Festvorbereitungen nimmt, zeigt die Bildung von gleich sieben Arbeitsgruppen: Festkomitee, Festumzug, Geschichte, Schulen, Kirche, Sport, Ortsteile sowie Programmheft werden separat von engagierten Mitstreitern, ganzen Vereinen und Orchestern akribisch vorbereitet. „Derzeit entwickeln wir den Verlauf und planen geeignete Standorte für eine „Fressmeile“, weiß Jacob. Bis zu 85 Bildern sind für den Festumzug geplant. Darunter die Stadtgründung, die Besiedelung, der Stadtbrand sowie die Innungen, um nur einige der Umzugsgruppen zu nennen. Aufstellung nehmen die Schausteller im Gewerbegebiet Wohlhausen.


Ein Logo für das Fest gibt es allerdings noch nicht. Deshalb rief das Stadtoberhaupt zur jüngsten Sitzung des Stadtrates alle Interessenten auf, eines zu entwickeln. Im Rahmen ihrer Kunsterziehung beschäftigen sich somit auch Markneukirchener Gymnasiasten mit geeigneten Entwürfen. Sehr viel Arbeit steckt in den umfangreichen Festvorbereitungen und so gehen die vielfältigen Planungen auch Hand in Hand mit dem Landratsamt, damit auch alles bestens klappt. Denn wenn der Markneukirchner eines ist, dann ist er sehr genau und präzise.  Kiwi

 

2009-09-03




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